Bruno Flierl

Haus Stadt Mensch

Über Architektur und Gesellschaft. Gespräche
Cover: Haus Stadt Mensch
Das Neue Berlin Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783360013439
Kartoniert, 288 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Profit als Maßstab oder eine menschenwürdige Stadt für alle? Bruno Flierl hat Häuser, Straßen, Plätze konzipiert. Der Pariser Platz vorm Brandenburger Tor in Berlin zum Beispiel sieht so aus, wie er aussieht, weil Flierl die Vorgaben machte und Hochhäuser verhinderte. Der Berliner Senat erhob den Vorschlag zum Gesetz. Private Bauherren bauen, wie sie Geld haben, um daraus noch mehr Geld zu machen. Betongold heißt das. Dass Städte in erster Linie zum Leben da sind, dass Menschen sich dort wohlfühlen müssen, interessiert Investoren meist nicht. Bruno Flierl schon. Er kritisiert die Architektur, die Stadtplanung heute, weil sie oft nur profitorientiert ist. Nicht jene Architekten gewinnen Wettbewerbe, die originell und für Menschen bauen, sondern die die billigsten Vorschläge machen und darum höchste Rendite versprechen. Flierl ignoriert die Ökonomie keineswegs, sieht aber auch die soziale und gesellschaftliche Seite des Bauens. Mieten müssen bezahlbar, Wohnungen bewohnbar sein. Die Wohnungsnot kann nicht mit Containern bekämpft werden. Der nunmehr 92-jährige Bruno Flierl ist der Nestor unter den deutschen Architekturkritikern. Er hat Bücher über die Hochhäuser in aller Welt geschrieben und über DDR-Plattenbauten, über die Geschichte der Stalinallee in Berlin (wo er selbst anderthalb Zimmer bewohnt) und wie Städte aussehen sollen, in denen man gern und preiswert leben kann. In seinem Buch "Haus Stadt Mensch" gibt er all seine Erfahrungen und sein Wissen in konzentrierter Form wieder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2019

Cornelia Dörries lernt aus den hier versammelten Interviews mit dem DDR-Architekten und Architekturkritiker Bruno Flierl, das Städtebau auch etwas anderes bedeuten kann als das Kalkulieren von Renditen. Wie entspannt und zurückhaltend Flierl über seine eigene Laufbahn, über Stadtplanung in der DDR, industriellen Wohnungsbau und Kunst im öffentlichen Raum spricht, findet sie bemerkenswert. Einen verklärten Blick darf der Leser allerdings nicht erwarten, wenn Flierl zurückblickt, erklärt Dörries. Dafür erwarteten den Interessierten unterhaltsame, kenntnisreiche Texte über Gesellschaft und Architektur und Honeckers "verunglückte" Ehrentribüne, so Dörries. Frank Schumann dankt die Rezensentin für nachvollziehbare Fragen an seinen Gesprächspartner. Mehr Illustrationen hätten dem Band nicht geschadet, gibt sie zu bedenken.
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