Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Klaus Binder. Man hat die Jagdflieger des Ersten Weltkrieges die letzten Ritter genannt. Der deutsche Film hat den Mythos gerade auf fragwürdige Weise wieder entdeckt: aber die Briten waren es vor allem, die mit ihrer Neigung zu einer Romantisierung der Kriege den "Roten Baron" Manfred von Richthofen mit seinen 80 Abschüssen zur Legende verklärten. Zumal die Söhne des Landadels scheinbar mit der Annahme ins Feld zogen, an einer berittenen Fuchsjagd teil zu nehmen. Cecil Lewis jedenfalls schaute, wie er im Vorwort schrieb, auf die Abenteuer des kaum achtzehnjährigen Piloten zurück wie "auf eine Landschaft aus zehntausend Fuß Höhe an einem wolkenlosen Tag". Indes, auch in dem angeblich noch so frischfrommfröhlichen Krieg jener "Ritter der Lüfte" blühte nicht nur die Glorie: der Preis des Ruhmes war oft genug der Tod. Der blutjunge Lewis verbuchte in acht Monaten 350 Flugstunden, hauptsächlich über den Schlachtfeldern an der Somme, schoß acht Gegner ab und retirierte dann als Fluglehrer in die Etappe. Bei Kriegsende war er 20 Jahre alt, ein erfahrener Pilot und doch - ein Kind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2009
Cord Aschenbrenner schließt sich vollen Herzens der ersten Rezension von Cecil Lewis Erinnerungen als Kampfpilot im Ersten Weltkrieg an, die George Bernhard Shaw 1936 verfasst hat. Darin preist Shaw Lewis' Buch als "philosophisch und poetisch" und stellt dankbar das Fehlen von jeglichem martialischem Schneid fest, der auch dem Rezensenten positiv ins Auge sticht. Aschbrenner erkennt in dem Buch nicht nur ein berührendes Werk über das Erwachsenwerden, sondern rühmt es zugleich als eines der feinfühligsten und feinsinnigsten "Antikriegsbücher" des vergangenen Jahrhunderts. Und dem Enthusiasmus, den Lewis trotz seiner gefährlichen Kriegserlebnisse dem Fliegen entgegenbringt, gewinnt der Rezensent noch einen ganz eigenen Reiz bei der Lektüre ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2009
Elmar Schenkel schätzt Cecil Lewis' jetzt in einer neuen Übersetzung vorliegende fliegerische Autobiografie, die der britische Bomberpilot zwanzig Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs geschrieben hat. Dabei hebt er die Widersprüchlichkeiten des Buchs hervor: Einerseits schwärme das Fliegerass von den Rittern der Lüfte. Andererseits melde sich bei ihm - anders als bei Ernst Jünger oder bei Baron von Richthofen - immer wieder die Stimme der Vernunft. Gefallen haben Schenkel auch die lyrischen Formulierungen, die der Autor für seine Einsamkeit findet. Wobei er nicht verschweigt, dass die Poesie des Fliegers von einer gewissen Bitterkeit durchsetzt ist.
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