Die heute so selbstverständliche Vorstellung, daß die »Erbinformation« eines Organismus in Form eines "genetischen Codes" in der Basen-Sequenz der DNA gespeichert ist, entwickelte sich Mitte des 20. Jahrhunderts. Neben Begriffen aus den Informationswissenschaften, wie "Code", "Information" und "genetisches Programm", waren es Vergleiche der DNA mit einem Alphabet und einer Schrift, die Eingang fanden in den biowissenschaftlichen Diskurs. Christina Brandt geht dem Weg dieser Metaphern in den Experimentalpraktiken der frühen Molekularbiologie nach. Ausgehend von der Virusforschung an den Kaiser-Wilhelm-Instituten für Biochemie und für Biologie in Berlin-Dahlem im "Dritten Reich" steht die Entwicklung an den beiden Max-Planck-Instituten für Virusforschung und für Biologie in Tübingen in den 1950er und 1960er Jahren im Zentrum ihrer Untersuchung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2004
Ein interessantes Buch, leider wenig zugänglich verfasst. Schade, meint Diemut Klärner - denn hier kann man etwas über die "historischen Denkmuster" der Genforschung erfahren. Christina Brandts Interesse gelte nämlich der Sprache, die sich mit der Erforschung des Genoms entwickelte, den Metaphern, mit deren Hilfe die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse zunächst nur der Öffentlichkeit verständlich zu machen suchten, die aber bald zum Teil der "wissenschaftlichen Redeweise" selber wurden und damit auch das Denken der Forscher lenkten. Die Metaphern zur Beschreibung dessen, was man bei der Erforschung von Virenstrukturen herausfand, um sich der Enrtschlüsselung des genetischen Codes - auch das ist bereits eine Metapher - anzunähern, wirkten also nicht nur deskriptiv, sondern auch konstruktiv. Wie gesagt: ein interessant, aber mit seinem "spröden Charme" kaum geeignet, breitere Leserschichten anzusprechen.
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