Christoph Wagner

Jodelmania

Cover: Jodelmania
Antje Kunstmann Verlag, München 2019
ISBN 9783956143267
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Vom Jodelkönig zum Yodeling Kid: Jodeln hat im Alpenraum eine lange Tradition. Doch wie kam das "unartikulierte Singen aus der Gurgel" nach Amerika und in die ganze Welt? Und wie steht es um das Jodeln heute? Eine Spurensuche.Wer nach dem Zweiten Weltkrieg im Alpenraum aufwuchs, bekam das Jodeln noch quasi mit der Muttermilch verabreicht. Doch auch im Regenwald von Kamerun, auf dem Balkan, am Polarkreis, in Georgien und den USA wurde und wird es praktiziert.Das Jodeln entsprang fast überall der gleichen Funktion: Da es lauter tönt als ein normaler Ruf, wurde es ursprünglich zur Kommunikation über größere Entfernungen in unübersichtlichem Gelände benutzt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2019

Markus Ganz lässt sich vom schwäbischen Musikjournalisten Christoph Wagner das Jodeln nahebringen. Prächtig findet Ganz nicht nur die Aufmachung des Buches, sondern auch Wagners Kenntnisse und sein Vermittlungstalent in Sachen Jodeln. Spannend wird die Geschichte des Jodelns für Ganz durch das quellenstarke Eintauchen in verschiedenste Erscheinungsformen dieser speziellen Kunst in unterschiedlichen Erdteilen. Wieso Jodeln Kunst und Kommunikation ist, was den Jodelboom ausmacht, welche Akteure wichtig sind und waren und wieso das Jodeln emanzipatorisch bedeutsam ist, vermittelt der Autor laut Rezensent in dichter, detailreicher (mitunter ausufernder) Beschreibung, in Interviews mit Jodlerinnen und Jodlern und mit vielen Abbildungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2019

Rezensent Michael Fischer lobt dieses Buch des Musikhistorikers Christoph Wagner für den kritischen und "differenzierten" Blick auf die Welt der Volksmusik und Folklore. Dass das Jodeln bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts "kommerziell" vermarktet wurde und als erstes Genre populärer Musik gelten kann, lernt der Kritiker hier ebenso, wie er erfährt, dass das alpenländische Lied bei reichen Städtern bald als modische Alltagsflucht galt. Auch die internationale Karriere der Jodellieder, die sich in England, Skandinavien, Russland und den USA verbreiteten, kann der Rezensent hier nachvollziehen. Während Fischer darüber hinaus nicht nur Wagners kulturhistorischen Ansatz, sondern auch die reiche Bebilderung lobt, vermisst er allerdings einen Teil zur musikalischen Technik des Jodelns.
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