Christopher Blattmann

Warum wir Kriege führen

Und wie wir sie beenden können
Cover: Warum wir Kriege führen
Ch. Links Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783962891893
Gebunden, 544 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Warum führen Menschen Krieg gegeneinander? Was lässt sich dafür tun, dass sie ihre Rivalitäten friedlich austragen? Und wenn es doch zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen ist - welche Auswege gibt es, sie zu beenden? Mit diesen Fragen setzt sich Christopher Blattman auseinander. Sein Buch ist die Summe jahrzehntelanger Forschungen sowie praktischer Erfahrungen in Krisengebieten. Es räumt mit gängigen Auffassungen zur Entstehung von kriegerischen Auseinandersetzungen auf und zeigt, wie der Frieden eine Chance erhält. Christopher Blattman hat Kriege und Bürgerkriege untersucht, sich mit Drogenkartellen, Straßengangs, Fußballhooligans, Mafiaorganisationen und Fanatikern beschäftigt. Dabei fand er heraus, dass Menschengruppen ihre Konflikte in aller Regel friedlich lösen - und Gesellschaften dies fördern können. Kommt es doch zu einem Krieg, sind die Ursachen nicht die, die es vordergründig zu sein scheinen. Blattman macht vielmehr fünf strategische, ideologische und institutionelle Mechanismen aus, die einer gewaltlosen Einigung im Wege stehen. Aber auch dann gibt es konkrete Möglichkeiten, um die Kontrahenten zu einem Kompromiss zu bewegen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.09.2023

Rezensent Thomas Speckmann empfiehlt die Überlegungen des Politikwissenschaftlers Christopher Blattman zu den Möglichkeiten des Erlangens von Frieden in Kriegszeiten und besonders in der Ukraine. Mit Karl Popper erkennt der Autor laut Speckmann die Notwendigkeit eines "trial and error" im Namen des Friedens, das Ideen und Regeln ausprobiert, die schlechten verwirft und die guten etabliert. Vorausgesetzt wird hier die Vorstellung starker Anreize für den Frieden auf beiden Seiten, so Speckmann. Ein Standardverfahren jedoch gibt es nicht, lernt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2023

Rezensent Alexander Gallus ist nicht ganz überzeugt von Christopher Blattmanns Studie zu Ursachen und Vermeidung von Kriegsgeschehen. Einerseits  sieht Gallus in der "allgemeinen Typologisierung von Gründen" für gewalttätige Konflikte einen interessanten Ansatz, gleichzeitig gerieten die Ausführungen des Politik-und Wirtschaftswissenschaftlers etwas "schematisch und grobkörnig". Blattmann stellt fünf Hauptursachen für den Ausbruch von Kriegen vor, lesen wir, zum Beispiel ideologische Motive, sowie vier Aspekte, die Eskalationen entgegenwirken. Stützende Beispiele sucht sich der Autor recht frei aus der Globalgeschichte zusammen, so der Rezensent, wobei zum Teil seltsam anmutende Vergleiche entstehen. In die Tiefe gehen Blattmanns Betrachtungen eher nicht, seufzt Gallus.
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