Hrsg. im Auftrag der Fondazione Monte Verita u. d. Centro Stefano Franscini (ETH Zürich). Im Herbst 1900 erwarb eine kleine Gruppe um Ida Hofmann und Henri Oedenkoven einen Hügel oberhalb Ascona, den Monte Verita. Auf ihm gründeten sie eine lebensreformerische Kolonie und ein vegetarisches Naturheilsanatorium, in dem sie Einfachheit, "freie Ehe" und einen naturverbundenen Lebensstil pflegten. Das war der Ausgangspunkt für ein Jahrhundert faszinierender Geschichte des Monte Verita, die zahlreiche soziale und künstlerische Bewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa widerspiegelt. Fünfzehn Einzelbeiträge beleuchten verschiedene Facetten dieser Geschichte des Monte Verita, auf dem sich einfach alles fand: Von Lebensreform bis Anarchie, von Psychoanalyse und modernem Tanz bis zur Literatur und zum Rohköstlertum reicht das Spektrum in diesem breitgefächerten Zentrum alternativen Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2002
Als ziemlich unterhaltsam und als ein gelungenes Dokument einer Zeit empfindet der Rezensent mit dem Kürzel "lx." diesen Band über ein Naturheilsanatorium im Tessin in seiner Kurzkritik. So findet er auch, dass der Titel "Sinnsuche und Sonnenbad" gut gewählt ist, denn genau darum ging es den gesellschaftskritischen Gesundheitssuchenden in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts auch: "Zu den Luftkuren und Gartenarbeiten der Anfangszeit der Anfangszeit gesellen sich Kunst, Theater, Philosophen, ein paar liebenswerte Sonderlinge und Anarchisten", so beschreibt der Rezensent die Szene auf dem Monte Veritá.
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