Daniel Falb

Deutschland. Ein Weltmärchen. (In leichter Sprache)

Cover: Deutschland. Ein Weltmärchen. (In leichter Sprache)
Kookbooks Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783948336202
Gebunden, 160 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

In leichter Sprache. Die Coronapandemie der Jahre 2020ff. lässt sich betrachten als vielleicht "größtes Kontrollexperiment in komparativer Governance in der Geschichte - mit dem Virus als Kontrollvariable" (Benjamin Bratton). Während das Virus überall das gleiche ist, sind die Reaktionen auf es vielgestaltig. Von diesem Ausgangspunkt her begibt sich der Band in einen Intertext mit Heinrich Heines berühmtem "Wintermärchen" (1844) und schreibt dessen Deutschlandkritik für das 21. Jahrhundert fort. Dabei geht es nun weniger um eine Reise durch Deutschland, als um den Nachvollzug der Routen und Kanäle, die dieses Segment der Erdoberfläche mit dem Rest der Welt verknüpfen. Zugleich geht es um die Grenzen und Schwellen, die im Weltsystem wie innerhalb Deutschlands Zugang beschränken und gestalten.
Ins Poetische gespiegelt stellt dieser Fokus die Frage nach der leichten Sprache - das ist das poetische Experiment von Deutschland.  Die leichte Sprache ist eine Sprache der Inklusion. Als solche findet man sie immer öfter in den deutschsprachigen Informationslandschaften. Die leichte Sprache ist aber auch Wahrheitssprache: sie ist, was man Menschen sagt, die man nicht anlügen kann. Und schließlich kann die leichte Sprache eine Sprache der Dichtung sein: als barrierefreier Zugang zum Gedicht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.01.2024

Eine "luzide Lyrik", die sich der inklusiven Erreichbarkeit und Verständlichkeit verschreibt, liest Rezensent Björn Hayer in Daniel Falbs neuem Gedichtband, der sich für ihn schon mit seinem Titel unverkennbar in die Traditionslinien von Heinrich Heines "Wintermärchen" einschreibt. Polemisch und trotz der Zielsetzung der Barrierefreiheit manchmal doch etwas verrätselt schreibt Falb über Covid als "Großmetapher für einen entfesselten, globalen Kapitalismus", so der Kritiker, der die klare Komposition lobt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.01.2024

Rezensent Björn Hayer gefällt Daniel Falbs Versuch einer inklusiven Lyrik. Falbs "barrierefreier" Ausdruck wird zwar manchmal von Verrätselung überrannt, aber im Großen und Ganzen ist diese Poesie knapp, klar und einfach, versichert er. Das hindert den Autor aber nicht, virtuos zu metaphorisieren und seine Texte über selbstfahrende Autos, Verschwörungstheorien und frei flottierende Viren, Geld- und Datenströme stringent zu komponieren, meint Hayer. Lesbar, luzide und alles andere als "abgedroschene" Post-Corona-Lyrik findet er.

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