In "Kafka mit Flügeln" hat die österreichische Autorin Daniela Emminger sprachlich ein Land mitsamt seinen Bewohnern, Besonderheiten und Naturgewalten eingefangen: Kirgistan.
Als Samat eines Tages plötzlich spurlos verschwindet und sich auf die Suche nach seinen kirgisischen Wurzeln begibt, bleibt seine Jugendfreundin Sybille verloren in Österreich zurück. Ein Vierteljahrhundert später stößt sie auf seine seitdem verfassten Briefe und beschließt, ihrem einstigen Seelengefährten hinterherzureisen.
Eine wilde Jagd durch die kirgisische Geschichte, den Culture Clash der Gegenwart, Samats Brief-Fragmente und Sybilles Denk- und Seelenlandschaft beginnt. Und dann ist da auch noch das geheime Schmetterlingsexperiment "psukh", das den kafkaesken Verwandlungsversuchen der beiden sprichwörtlich Flügel verleiht.
"Bisher null Literaturpreise" hat die Autorin, merkt Rezensent Sebastian Fasthuber an, und doch ist sie seiner Meinung nach eine der originellsten Stimmen der neueren österreichischen Literatur, wandelbar, grotesk, sprachverrückt. Da sie von ihren Büchern bis heute nicht leben kann, arbeitet sie nach wie vor als Werbetexterin, bis sie genug verdient hat für ihre ganz eigene literarische Recherche, weiß der Rezensent. Dafür hat sie sich bei diesem Buch in das ihr völlig fremde Kirgistan begeben, wo sie einen Roman über eine Hauptfigur schrieb, die sich in das ihr völlig fremde Kirgistan begibt. Daraus folgt ein wilder Mash-Up-Roman und eine postmoderne Detektivgeschichte, die Fasthuber nur empfehlen kann. Dabei sei die Autorin klug genug, ihren Hang zu Sprachspielen um der erzählerischen Stringenz willen zurückzunehmen, auch wenn sich das Ende dieses Romans über das Sich-Verlieren am Ende selbst ein bisschen verliere.
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