Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2000
In einer Sammelrezension bespricht Volkmar Wittmütz drei Bände mit Schriften des Seminarlehrers Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg (1790 bis 1866). Dabei nutzt der Rezensent die Gelegenheit, an Diesterwegs stetes Eintreten für eine Schule als "Schutzraum", die frei sein muss von Einflussnahme der Kirche, der Kommunen und auch der Wirtschaft, zu erinnern. Darüber hinaus betont Wittmütz Diesterwegs Bemühungen um eine qualifizierte Lehrerausbildung.
1) Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg: "Sämtliche Werke". Band 18 und 19. (Hermann Luchterhand Verlag)
Wittmütz weist darauf hin, dass die Gesamtausgabe bereits 1954 in der DDR begonnen wurde und mit diesen beiden Bänden nun eine Fortsetzung findet. "In angestrebter Ausführlichkeit, genauer Kommentierung und Aufmachung" schließen beide an die bisher erschienenen an, stellt der Rezensent fest. Zwar diagnostiziert Wittmütz zahlreiche Wiederholungen in Diesterwegs Schriften, und manches findet er auch allzu ausführlich dargelegt. Dennoch weiß er die Gesamtausgabe durchaus zu schätzen, insbesondere weil sie eine Vorstellung von der "geistigen Welt" vermittle, von der Diesterweg geprägt war. Allerdings bemängelt der Rezensent bisweilen die Zuordnung mancher Texte. So sei der "Schulzucht"-Aufsatz Diesterwegs, der eine Anklage des Elberfelder Bürgermeisters nach sich zog, im 2. Band dieser Ausgabe abgedruckt, während sich viele der sich darauf beziehenden Reaktionen im 18. Band befinden.
2.) Diesterweg am Niederrhein: Briefe und Berichte (Hermann Luchterhand Verlag)
Kürzer, prägnanter und beinahe "ebenso aufschlussreich" wie die Gesamtausgabe findet Wittmütz diese Textsammlung, die seiner Ansicht nach auch durch die bessere Lesbarkeit besticht. Der Band vermittelt, wie der Rezensent findet, durchaus ein sehr aufschlussreiches Bild von der Schule und der Lehrerausbildung der damaligen Zeit. "Vorzüglich gemacht" findet Wittmütz den Band und weist lobend auf die Illustrationen hin.
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