Aus dem Englischen von Karen Witthuhn. Von den Lagunen in Baja California bis zu den Gletschern des Nordpolarmeers legen Grauwalmütter mit ihren Kälbern jährlich Tausende von Meilen in dem sich aufgrund des Klimawandels erwärmenden Meer zurück. Es ist die längste Wanderung eines Säugetiers auf unserem Planeten. Doreen Cunningham, selbst alleinerziehende Mutter, folgt den Walen auf dieser gefährlichen Reise zusammen mit ihrem zweijährigen Sohn Max - in Bussen, Zügen und auf Schiffen, allein und auf sich gestellt. Den Plan zu diesem Abenteuer hat sie an einem Tiefpunkt ihres Lebens gefasst: Gestrandet in einem Heim für obdachlose Mütter, erinnert sie sich an ihren Aufenthalt bei den Iñupiat im Norden Alaskas, an die unbändige Natur, die ihr schon einmal im Leben half. Nun will sie es mit Max erneut versuchen, ihm zeigen, wie Mensch und Wal verbunden sind, was Freiheit und Liebe bedeuten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.12.2022
Rezensentin Susanne Billig freut sich über Doreen Cunninghams packendes Plädoyer für mehr Meeresschutz, insbesondere für die Grauwale, denen die Autorin gemeinsam mit ihrem Sohn auf der Suche nach Walmüttern nachgereist ist. So verbinde sich in "Der Gesang in den Meeren" sogenanntes Nature Writing mit der persönlichen Geschichte Cunninghams, wobei der der Natur gewidmete Teil die Rezensentin deutlich stärker überzeugt als die privaten Schilderungen. Besonders eindrücklich zeigt sich für Billig eine Passage, in der von Luftpulsertests berichtet wird, die die Meere nach fossilen Brennstoffen durchsuchen und dabei die Meerestiere verstören bis vernichten. Da findet die Kritikerin es lobenswert, dass die Autorin einen Teil der aus dem Buch resultierenden Einnahmen für den Meeresschutz spenden wird.
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