Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Ein Mann in seinen Fünfzigern. Er hat offenbar nichts mehr zu verlieren, obwohl noch so viel vor ihm liegt. Die Kinder sind aus dem Haus, KI bedroht seine Arbeit als Übersetzer. Vor allem hat der Tod seiner Frau alles infrage gestellt. Eine solche Liebe, da ist er sich sicher, wird er kein zweites Mal finden. Bis ihm bei gemeinsamen Freunden eine Cellistin begegnet. Es entspinnt sich, so leicht, als ob es Vorsehung wäre, ein verheißungsvolles Verhältnis, und plötzlich steht wieder alles auf dem Spiel.
Rezensent Carsten Hueck liest den neuen Roman des israelischen Krimiautors Dror Mishani mit Erstaunen. Zunächst wirkt der kleine Text auf ihn wie eine "Fingerübung", ohne "raffinierten Plot", dann aber kommt er sogleich mit einer überraschenden Souveränität daher, Nämlich, wenn Mishani erzählt, wie sich ein älterer Witwer noch einmal verliebt. Das ist laut Hueck "zauberhaft leicht" inszeniert. Der vom Rezensenten schon erwartete Haken daran aber folgt prompt. Der Verliebte hütet den Hund der Geliebten und scheitert kläglich, der Hund wird überfahren, Angst, Lüge und Misstrauen gehen ihren Gang. Für Hueck nicht mehr und nicht weniger als die gekonnte Thematisierung eines "psychischen Grundmusters", an dem Beziehungen zu Grunde gehen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.05.2026
Rezensentin Stephanie von Oppen schätzt den israelischen Autor Dror Mishani sehr für seine so "weisen" wie "atemberaubenden" psychologischen Krimis. Dies ist der erste neue Krimi von Mishani seit dem 7. Oktober, und die Kritikerin hat nichts dagegen, dass sich der Autor hier ganz ins Private zurückzieht. Erzählt wird die Geschichte von Krimischriftsteller und Witwer Eli, der sich in die Cellistin Lia verliebt und mit ihr eine glückliche Partnerschaft eingeht - bis unter seiner Obhut Lias heißgeliebter Hund vor ein Auto rennt und stirbt. Eli, der geschworen hatte, nie zu lügen, lässt den Hund verschwinden - und sein Lügengebäude wird bald so groß, dass schließlich auch eine Polizistin und ein Erpresser Teil der spannenden Krimi- und Liebesgeschichte werden, resümiert Oppen. Unbedingt lesenswert findet die Kritikerin das - und einen Hauch Kritik an Mishanis Heimat meint sie schließlich doch noch wahrzunehmen.
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