Aus dem Italienischen von Susanne Hurni-Maehler, neu durchgesehen von Maja Pflug. Zwölf Geschichten über die unverständliche Macht der Liebe und deren zerstörerische Kraft. Zwischen Müttern und Söhnen, Frauen und Männern, Bruder und Schwester, Eltern und Kindern. Nacht für Nacht entfliehen die drei Kinder aus heruntergekommenem Adel dem trostlosen und sparsamen Dasein der Familie in die erregende märchenhafte Welt des Theaters, in die Welt der Ritter, Prinzessinnen und Schiffskapitäne, in die Welt der Komödien und Tragödien. Doch eines Tages wird ihr heimliches Spiel entdeckt ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2005
Erfreut zeigt sich Rezensent Martin Krumbholz über diesen Band mit zwölf Erzählungen Elsa Morantes aus dem Jahr 1963, der nun in einer überarbeiteten Übersetzung wieder aufgelegt wurde. In Miniaturen ebenso wie in längeren, quasi romanhaften Erzählungen thematisiere die Dichterin darin zentrale Fragen: die Liebe und ihre Abgründe, die Sünde des Hochmuts, die existenzielle Einsamkeit. Neben den Geschichten "Der Gefährte" und "Ein Mann ohne Charakter" hebt Krumbholz die längste Erzählung des Bandes hervor, "Der andalusische Schal", in dem es um eine prekäre Mutter-Sohn-Beziehung geht. Darin zeichne Morante das Zerbrechen sämtlicher Lebenslügen bis zur letzten Konsequenz nach, so Krumbholz, "bei allem Desillusionismus voller Wärme und Empathie für den leidenden Menschen."
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