Florence Hazrat

Das Ausrufezeichen

Eine rebellische Geschichte
Cover: Das Ausrufezeichen
Harper Collins, Hamburg 2024
ISBN 9783365004883
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Stephan Pauli. Wie ein Satzzeichen die Welt bewegte ...Kaum ein anderes Zeichen erregt unsere Gemüter wie das Ausrufezeichen. Ein Pathossymbol, das uns jubeln und wüten lässt, uns warnt und motiviert - und trotzdem wird es als "schreiendes" Symbol verkannt oder fällt populistischen Machtspielen zum Opfer. Die Literaturwissenschaftlerin Florence Hazrat befreit das Ausrufezeichen aus den staubigen Schubladen der Grammatik und geht seiner Bedeutung als universelles, politisches und menschliches Phänomen auf den Grund. Wie konnte es sich seit seiner Erfindung vor 600 Jahren in Florenz über alle Kulturen hinweg durchsetzen? Wo hat es den Lauf unserer Geschichte entscheidend verändert, und wie prägt es unseren Alltag, unsere Kunst und Kultur bis heute? Und warum reiben sich bis heute ganze Generationen an ihm auf?Hazrat erzählt von der Macht, Geschichte und Zukunft eines Zeichens, das es uns auf wundersame Weise ermöglicht, echte Gefühle und körperlichen Ausdruck in unsere Schriftsprache zu legen und nachzuempfinden - eine Eigenschaft, die in unseren postfaktischen Zeiten wichtiger ist denn je!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2024

Angeregt liest Rezensentin Kerstin Maria Pahl die Geschichte des Ausrufezeichens, die Florence Hazrat verfasst hat, promovierte Literaturwissenschaftlerin. Bis ins neunzehnte Jahrhundert hieß es oft auch Verwunderungszeichen, lernt Pahl, es macht deutlich, wann eine Aussage besonders erstaunlich oder bedeutend ist, es zeigt eine "Konzentration auf das große Gefühl." Diese ist wohl in wissenschaftlichen Aufsätzen nebenrangig und wichtiger in der Lyrik, mutmaßt die Kritikerin, die sich besonders über die editionsgeschichtlichen Passagen freut, in denen Hazrat ihr zeigt, dass Jane Austens Romane beispielsweise neu interpunktiert werden mussten und manche Schreibmaschinen bis in die 1960er Jahre keine Taste dafür hatten. Der Teil zu Ausrufezeichen im digitalen Raum überzeugt sie weniger, aber insgesamt ein charmantes und aufschlussreiches Buch, heißt es.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.02.2024

Eine "unterhaltsame Recherche" zum Phänomen des Ausrufezeichens, liest Rezensentin Birgit Schmid mit Florence Hazrats Buch. Die Autorin möchte den schlechten Ruf des Satzzeichens aufmöbeln, so Schmid. Auch wenn Hazrats Begeisterung der Kritikerin zufolge manchmal ein klein wenig "bemüht" wirkt, findet man viel Informatives über die Geschichte und gesellschaftliche Bedeutung des Ausrufezeichens. Es wurde im vierzehnten Jahrhundert erfunden, lernen wir, ursprünglich als Ausdruck von Verwunderung. Schriftsteller waren und sind geteilter Meinung:  F. Scott Fitzgerald verachtete es, Camus sah seinen "nüchternen Stil" durch es gefährdet, weiß Schmid nun, Salman Rushdie hingegen benutzt es fast inflationär. Stilkritiker warnen vor ihm, erfahren wir zudem, denn eine starke Botschaft kommt auch ohne solche Verstärkung aus. Da die Autorin der Kritik am Ausrufezeichen viel Platz gibt, sieht Schmid dessen schlechten Ruf eher bestätigt, amüsiert hat sie sich aber mit der Lektüre.

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