Aus dem Französischen von Erwin Landrichter. "Kulturelle Ressourcen", das sind für Francois Jullien die vielen Konzepte, die den Charakter gesellschaftlichen Zusammenlebens und die Lebensweise der Einzelnen darin bestimmen. In einer globalisierten Welt kann jeder Mensch die Ressourcen, die ihm helfen, wählen und für sich nutzen, ohne dass jede dieser Ressourcen für alle immer gleichermaßen verbindlich wäre. Was für Sprachspiele, für Bildungstraditionen oder Alltagsbräuche gilt, so die These dieses Essays, gilt genauso auch für das Christentum. Betrachtet man es als kulturelle Ressource, dann geht es nicht mehr um die Frage religiösen Glaubens oder Unglaubens, sondern z.B. darum, welche Bilder vom Menschen in den Texten der Evangelien bewahrt werden - und um die Frage, was diese heute zu einem gelingenden gesellschaftlichen Zusammenleben beitragen können.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.03.2020
Catherine Newmark nimmt das Buch des Philosophen und Sinologen François Jullien als Herausforderung. Nicht eben leicht scheint ihr die Lektüre, wenn der Autor philosophisch-theologische Höhen erklimmt, um das postreligiöse Zeitalter einzuläuten, indem er das Christentum nicht auf allgemeine ethische Grundsätze abklopft, sondern in der Bibel schlummernde Ideen freizulegen sucht, die sich als interkulturelle und -religiöse Ressourcen erweisen können. Die Vorstellung von der "kulturellen Ressource" aus einem früheren Essay entwickelt der Autor hier weiter, erklärt Newmark. Anspruchsvoll und anregend, findet sie.
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