"White Cube" lautete der gängige Begriff für den Ausstellungsraum moderner Kunst, der die puristische Haltung der Moderne zum Ausdruck brachte. Die in fünf Kapiteln dieses Buches erzählte Geschichte einer "Kunst im Grünen" von den Nachkriegsjahren bis hin zur unmittelbaren Gegenwart, will eine alternative Geschichte des Ortes von Kunst beschreiben. Dieser versuchsweise "Green Cube" bzw. in Anlehnung an einen Aufsatz der Kunsthistorikerin Rosalind Krauss "Green Fields" benannte Ausstellungsort umfasst einerseits "klassische" Skulpturenparks als auch großräumliche naturhafte Zusammenhänge, denen sich die Kunst in Aufnahme von Ansätzen der Land Art der 1960er Jahre in kritischer Weise einschrieb. Das gestiegene Umwelt- und Naturbewusstsein unserer Tage hat zu einer zusätzlichen Renaissance einer Kunst unter freiem Himmel geführt, die vielfältige neue Formen angenommen hat. Sie reicht von repräsentativen Privatparks als Ausdruck einer erneuerten Natursensibilität über performative Kunstformen bis zu eher politischen Ansätzen, die ein neues Verhältnis von Natur und Kultur anstreben. "Green Fields", ob Park oder Landschaft, erweist sich nach der Epoche des "White Cube" als der heute vielerorts bevorzugte Ort einer postmodernen raumbezogenen Kunst, die in ihrer Inszenierungslust tatsächlich an die Traditionen historischer Gartenkunst anschließt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2023
Frank Maier-Solgks Buch über öffentliche Kunst liest Rezensent Michael Mönninger mit großem Interesse. Zuerst beginne der Autor aber mit einer "braven Rekapitulation" von Kunst in natürlichen Räumen, was dann meistens die Gärten von Adligen und Vermögenden waren, schreibt Mönninger. In Deutschland sei besonders durch die Zerstörungen nach dem Zweiten Weltkrieg die öffentliche Kunst, also das Ausstellen in öffentlichen Räumen wie Parks, geradezu notwendig gewesen - Ausstellungen, wie die Documenta, wurden damals unter freiem Himmel abgehalten. Außerdem zeichnet Maier-Solgk nach, wie die Environment-Bewegung in den USA und auch Deutschland den öffentlichen Raum für vielfältige Kunst-Aktionen nutzte, um auf die Umweltzerstörung hinzuweisen, was durch umfassende Werkerläuterungen ergänzt wird, lobt Mönninger. Leider lässt der Autor neuere Erkenntnisse aus der Forschung der künstlerischen Forschung nicht einfließen, moniert der Rezensent. Alles in allem freut sich Mönninger, dass diese Art der Kunst einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…