Als Lemmy Kilmister am 28. Dezember 2015 starb und sein Teamkollege Mikkey Dee einen Tag später das Ende der Band erklärte, brach für die Fans eine Welt zusammen. Vierzig Jahre heizte Lemmy, der berühmteste und wichtigste Repräsentant des Heavy Metal, dessen Karriere damit begann, dass er bei Jimi Hendrix die Marshalls aus dem Transporter schleppte, mit seinem martialischen Rock'n'Roll der Musikszene ein. Ein Geheimtipp zunächst für die Hartgesottenen, wurde der Meister der Variation schließlich zum Liebling aller. Noch posthum nimmt sein Ruhm immer weiter zu. Nun werden die Archive geplündert, und jedes Konzert wird für die unersättlichen Motörhead-Addicts auf Vinyl gepresst, auch bei feministischen Musikerinnen hat er eine beachtliche Reputation erlangt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2026
Rezensent Wolfgang Schneider kommt jetzt noch ins Schwärmen, wenn er an seine ersten Motörhead-Hörerfahrungen zurückdenkt und freut sich, dass Frank Schäfer ein kenntnisreiches und auch angemessen kritisches Buch über die Band geschrieben hat. Die Vorerfahrungen des legendären Sängers Lemmy Kilmister in Beat- und Psychedelic-Bands führen ihn zu einer für Schneider gelungenen Einordnung von Motörhead zwischen verschiedenen Strategien von Rockbands in den 1970ern, die sich zunehmend gegen entweder radikalere oder marktgängigere Bands behaupten müssen und dafür ordentlich ranklotzen. Der Kritiker freut sich, dass der Autor einige dem öffentlichen Auge entgangene Perlen wie "Love Can't Buy You Money" analysiert und zeigt, dass Kilmister mit seiner Ballade "1916" nicht weniger Antikriegslyriker ist als Bob Dylan. Der Sänger wird einerseits als der "weise alte Grandpa des Metal" gezeigt, andererseits als ein Mensch, der sich zwischen Bühne und Bar ziemlich zugrunde gerichtet hat. Gerade für diese Ausgewogenheit empfiehlt er das Buch gerne weiter.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2026
Rezensent Jörg Scheller freut sich über eine Motörhead-Biografie von Frank Schäfer, die so wild, frei und seltsam schön ist wie die Band selbst: Der Musikjournalist stellt eine Band vor, deren Kanonisierung und Anklang beim Publikum erst im Laufe der Zeit erfolgt ist. Lemmy Kilmister, Sänger und Bassist, erscheint Scheller hier als eine eigensinnige Figur, der mit Feminismus nicht viel anfangen konnte, "antiautoritärer und antirassistischer Anarcho-Konservativer" war und die Freiheit nicht nur in seiner lauten Musik geliebt hat. Der Kritiker lobt, dass sich Schäfer in seiner materialreichen und auch an vielen Stellen musikkritischen Schrift nicht ins Akademische versteigt, sondern die Band in ihrer wahren Gestalt zugänglich macht und dafür eine launige Sprache nutzt.
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