This book aims to achieve a deeper understanding of the very human phenomenon of martyrdom by analysing in detail its highly varied re-enactments in European and Middle Eastern literatures. Despite its divergent historical, religious, philosophical or political circumstances, there does seem to be a certain inner logic, a metaphorical structure or symbolical subtext underpinning and thus unifying these heterogeneous literary manifestations of the idea of martyrdom. In this volume, eighteen researchers from the fields of literary, historical and religious studies reflect on the way concepts of martyrdom are represented, staged, praised or critically deconstructed in different world literatures.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.09.2004
Achtzehn Beiträge sind in diesem Band versammelt - und das Erstaunliche, Lehrreiche daran, so Rezensent Navid Kermani, ist die Tatsache, dass hier "gleichberechtigt sowohl die nahöstlichen als auch die europäischen Traditionen" des Märtyrertums vorgestellt und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Dadurch nämlich werden "verblüffende" Perspektiven eröffnet, vor allem die, dass in der Idee des Martyriums sich Ost und West tatsächlich sehr nahe stehen. Besonders hervorgehoben wird von Kermani der - wie die Mehrzahl der Texte in englischer Sprache verfasste - Aufsatz "Martyrdom in Literature" von Christian Szyska, der die Entwicklung des Martyriumgedankens in der Parallellektüre einer Episode aus dem frühen Islam und in der Legende des Heiligen Georg verfolgt. Zu lernen ist daraus, wie sich schon früh eine Entwicklung vom "Duldermartyrium" zum "Martyrium des Kampfes" abzeichnet, die sich nun, in den Zeiten des "modernen Fundamentalismus", zu wiederholen scheint.
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