Gabriel Trujillo Munoz

Tijuana Blues

Roman
Cover: Tijuana Blues
Unionsverlag, Zürich 2006
ISBN 9783293003590
Gebunden, 264 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Miguel Angel Morgado treibt sich im Vorhof der Hölle herum: im Norden Mexikos, in Baja California, wo die Erste auf die Dritte Welt prallt. Wo auf beiden Seiten der Grenze die Korruption blüht, wo die Geheimdienste ihre schmutzigen Spiele spielen, wo nackte Gewalt herrscht. Und wo die Beatniks einst glaubten, ihr gelobtes Land gefunden zu haben. Morgado, der eigentlich Anwalt für Menschenrechte ist, kann das Chaos nicht aufräumen - aber hin und wieder für ein bisschen Gerechtigkeit sorgen, die mit Legalität nicht unbedingt zu tun haben muss.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2006

Laut Rezensent Peter Kultzen verdient der Mexikaner Gabriel Trujillo Munoz gleich in mehrfacher Hinsicht Aufmerksamkeit: Zum einen, weil Munoz bei dem Versuch, sich vom sogenannten magischen Realismus abzugrenzen, nicht dem amerikanischen Mainstream verfalle, sondern im Lokalgeschehen an der amerikanisch-mexikanischen Frontera den Stoff zu seinem literarischen Schaffen suche. Zum anderen, weil seine Erzählung um den Menschenrechtsanwalt Miguel Angel Morgado, der ein ums andere Mal in seine Heimatregion an der Frontera geschickt wird, um dort Morde und Organmafia-Fälle aufzuklären, zugleich "atemberaubend und vielfach umwerfend komisch" sei. In unglaublichem Tempo, so der Rezensent, jagt Munoz seinen Protagonisten durch die Ermittlungen und lässt ihn immer wieder mit der "unorthodoxen" Rechtsauffassung seiner Auftraggeber, denen nicht an Gerechtigkeit, sondern an Rache gelegen ist, zusammenprallen. Munoz zeigt sehr schön am Beispiel der Frontera, diesem "Zentrum der Peripherie", wie hier die "Welten des Nordens und des Südens aufeinander treffen, sich immer ähnlicher werden und trotzdem fremd bleiben", lobt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2006

Zum "schmutzigen Realismus" zählt Rezensent Kersten Knipp die vier Kurzromane dieses Bandes. Als Hauptprotagonisten aller vier Episoden beschreibt er einen mexikanischen Rechtsanwalt, der allerlei Ruchlosigkeiten nachspürt. Den 1958 geborenen Autor beschreibt er vorsichtig als einen der Autoren der Beat-Generation. So wird auch die berühmte Geschichte, als William S. Burroughs im Rahmen eines Wilhelm-Tells-Spiels 1951 seine Frau erschoss, Knipp zufolge in diesem Buch noch einmal erzählt. Insgesamt erscheint dem Rezensent der "rohe schrille, nervöse Stil" dieser Literatur zwar amüsant, letztlich aber nicht wirklich von Belang zu sein.
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