Greg Ames

Der bisher beste Tag meines Lebens

Roman
Cover: Der bisher beste Tag meines Lebens
Steidl Verlag, Göttingen 2010
ISBN 9783869301785
Gebunden, 240 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. Am liebsten würde er es so richtig krachen lassen: erst ein paar Aufwärm-Biere und dann weiter. Aber das jährliche Familientreffen zu Thanksgiving steht an, und James Fitzroy muss raus aus New York, nach Buffalo in die verschneite Provinz. Dort erwarten ihn die alten Kumpel mit ihrem Gerede über Autos, Alkohol und Seelenschmerz und sein schweigsamer Vater. Seine Mutter würde sich sehr auf ihn freuen, aber was Freude ist, weiß sie nicht mehr: Sie sitzt dement in einem Heim, macht seltsame Sachen und ist als Gesprächspartnerin ungeeignet. Bisher hat sich James allen Ansprüchen erfolgreich entzogen, hat von seiner glorreichen Zukunft phantasiert und es doch nur zum Grußkartentexter gebracht. Jetzt ist er fast dreißig und will zur Abwechslung einmal etwas Entscheidendes tun. Das Leiden der Mutter beenden zum Beispiel. Aber wie? Und darf man das?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2011

Greg Ames' Debütroman "Der bisher beste Tag meines Lebens" hat bei Rezensent Tobias Döring gemischte Gefühle ausgelöst. Er attestiert dem Autor, in seiner Geschichte um einen in New York lebenden Grußkartentexter, der seine Familie zu Thanksgiving in Buffalo besucht und sich mit seiner an Demenz erkrankten Mutter auseinandersetzen muss, Fragen von existenzieller Bedeutung und ethischer Relevanz aufzugreifen. Allerdings hält er die erzählerische Umsetzung für nicht wirklich überzeugend. Er konstatiert bei Ames nämlich eine Tendenz zum Karikaturhaften, einen Hang, das ernste Thema mit allerlei Skurrilitäten zu konstrastieren. Im Blick auf die Freunde des Protagonisten in der niedergehenden Stadt Buffalo ergibt dies für Döring auch Sinn, erhält die Stadt durch die komischen Anekdoten als Schauplatz ihr Gesicht. Im Blick auf die ethische Dimension des Romans scheint ihm dies kontraproduktiv. Sein Fazit: durch seinen "Hang zur Karikatur" habe der Autor eine große Chance vertan.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2011

Bernadette Conrad zeigt sich überaus angetan von diesem Debütroman. Denn es glückt dem amerikanische Autor Greg Ames überzeugend, die Tragik des zu frühen Alterns in der Demenz mit dem "Drama" der nicht enden wollenden Jugend zu verknüpfen, lobt sie. Mitunter findet die Rezensentin zwar die "Orientierungslosigkeit", die James angesichts der fortschreitenden Demenz seiner Mutter und seines eigenen Lebens dominiert, ziemlich quälend. Doch das liegt nun mal in der Natur des Problems, meint sie und außerdem kann sie ein durch Dichte und Plausibilität überzeugendes, "überraschendes" Ende versprechen. Dabei unterstreicht für Conrad die immer wieder aufkommende tieftraurige Komik auch den Ernst dieses bemerkenswerten Romans.

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