Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt. Schweden in den 60er Jahren. Ein kleines Sommerhaus an einem der unzähligen Seen. Hier verbringen der 14-jährige Erik und sein Freund Edmund die Ferien. Sie schwärmen von der jungen Aushilfslehrerin Ewa, die aussieht wie Kim Novak und sich schon bald beim Dorffest in voller Blüte zeigt. ZweiTage später findet man die Leiche von Ewas Verlobtem, und Eriks älterer Bruder, der eine Affäre mit Ewa hatte, gerät unter Mordverdacht. Der Täter wird jedoch nie gefunden. 25 Jahre vergehen, bis der erwachsene Erik zufällig einen Bericht über ungeklärte Verbrechen liest und der Sommer von damals mit aller Gewalt über ihn hereinbricht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2004
Sehr angetan zeigt sich Sabine Brandt von Hakan Nessers Roman über den vierzehnjährigen, von pubertären Nöten geplagten Erik, der mit seinem Freund Edmund einen Feriensommer an einem romantischen schwedischen See verbringt, dann aber in einen Kriminalfall verwickelt wird: Eriks acht Jahre älterer Bruder Henry, ein Möchtegern-Autor, gerät in Verdacht, den aggressiven Handballstar Bertil erschlagen zu haben. Schließlich wurde er massiv von ihm bedroht, weil er mit Bertils Verlobten Ewa, die der Hollywod-Schönheit Kim Novak ähnelt, fremdgegangen war. Besonders reizvoll findet Brandt, dass die Geschichte aus Eriks Perspektive erzählt wird: "Das Buch konfrontiert uns mit jedermanns Wirklichkeit, eingefangen in fast noch kindlicher Sichtweise, es lässt beklemmende Schicksale jugendlicher Unschuld begegnen." In der Form fühlt sich Brandt dann auch an Salingers Klassiker "Der Fänger im Roggen" erinnert, nur dass Nesser nicht auf Gesellschaftskritik, sondern auf eine Kriminalgeschichte aus ist. Allerdings sieht Brandt in Nessers Roman letztlich auch keine "klassische Kriminalstory", sondern ein "Musterbild menschlicher Anfälligkeit in Situationen, denen die Betroffenen nicht gewachsen sind."
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