Harald Martenstein, ein kampferprobter Vater, gibt sachkundige Hilfestellung: Er erzählt davon, wie er seinem Kind die Rätsel des Lebens erklärt. Was es mit der Politik auf sich hat. Warum man die Love Parade meiden sollte. Wie es um den Tod, die Haustierhaltung oder die Gefahren des Alkohols bestellt ist. Welche Risikosportarten für Vater und Sohn gleichermaßen geeignet sind. Weshalb es Krieg gibt. Welche Musik man hören sollte und welche besser nicht. Wieso Autos großartig sind. Und wie man auf raffinierte Weise mit dem anderen Geschlecht umgeht ...
Harald Martenstein hat nach Auffassung von Rezensentin Sichtermann ein paar durchaus patente Antworten in Sachen Kindererziehung auf Lager. Der Autor findet sich mit spätmodernen "Unarten" nämlich schlicht selbstironisch und seufzend ab und appelliert an die Erziehung zur Eigenverantwortung. Eltern, referiert Sichtermann die Thesen des Autors, sollten nicht der starke Part im Leben der Kinder sein, sondern gleichberechtigte Gefährten, die den Kindern zur Seite, nicht über ihnen stehen. Martenstein würzt sein Rezept vor allem mit Humor, für Sichtermann ist das ein wichtiger und richtiger Erziehungsmaßstab. Und vor allem, lobt die Rezensentin, schreibt er mit "federleichter Prosa, welche die hochgespielte Notstandsdebatte wohltuend entkrampft". Erziehung bedeutet für Martenstein, und dem pflichtet Sichtermann vollkommen bei, "Pragmatismus, Durchwurstelei, Kleinkunst des Machbaren" und vor allem Herzenssache.
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