Mit 160 schwarz-weiß Abbildungen.Wir empfinden die von Reisenden, Botanikern und Pflanzensammlern aus fernen Ländern mitgebrachten Blumen inzwischen als bei uns beheimatet - ein Irrtum, den das Buch gründlich ausräumt. Die erste umfassende Darstellung erzählt in 250 Einzelkapiteln die Geschichte von mehr als 500 Arten der häufigsten Gartenzierpflanzen Mitteleuropas. Sie beschreibt ihr Heimatareal, ihre Entdeckung, Einführung und Ausbreitung in den Gärten Europas, ihre Weiterzüchtung und Kulturgeschichte und ihre Verwendung in Medizin, Volkskunde, Malerei und Dichtung. Die locker geschriebene Darstellung fußt auf eingehender Auswertung von Primärquellen in in- und ausländischen Bibliotheken und Gemäldesammlungen sowie der wissenschaftlichen Literatur. Erste oder sehr frühe und selten abgebildete Holzschnitte und Kupferstiche bereichern den Text und geben eine Vorstellung davon, wie bescheiden unsere zum Teil inzwischen üppigen Blumen einst in unsere Gärten kamen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.08.2004
Für eine kontemplative Lektüre in der dunklen Jahreszeit solle man sich den Titel vormerken, meint Stefan Rebenich. In einer Geschichte der Zierpflanzen Mitteleuropas lerne man, wo die eigene Lieblingsblume entdeckt wurde und welchen Weg sie nach Europa nahm. Um das Material für diese "Sozial- und Kulturgeschichte der europäischen Zierpflanzen" zusammenzutragen, hat der Autor viel gelesen, berichtet der Rezensent beeindruckt und betont begeistert, dass auch übergreifende kulturgeschichtliche Fragegestellungen behandelt werden: In "Einführung und Inkulturnahme" der Zierpflanze lernte der Rezensent, dass in der Renaissance der Pflanzentransfer globalisiert wurde und die neuen gefragten Statussymbole zum Beispiel nach dem Opiumkrieg von "professionellen plant hunters" aus China gebracht wurden. "Unverständlich" findet der Rezensent die Entscheidung des Verlages, das Buch mit Holzschnitten und Kupferstichen in "mäßiger Qualität" zu illustrieren, wo doch originalgetreue Illustrationen aus frühen Blumenbüchern besser gepasst hätten. Dennoch begrüßt er die Sammlung, da sie zum Weiterdenken einlade.
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