Aus dem Englischen von Maria Mill. Die junge Jazzsängerin Maja Carmen Carrera emigrierte als Kind mit ihren nigerianischen Eltern aus Kuba nach London. Als sie bemerkt, dass sie von ihrem Freund Aaron, einem weißen Juden aus Ghana, ein Kind erwartet, wird ihr die Frage nach der eigenen Herkunft und den Wurzeln ihrer Familie ein dringendes Anliegen. Sie macht sich auf die Suche nach 'ihrem' Kuba und 'ihrer' Sprache, zwischen Spanisch und Englisch, verliert und findet sich inmitten der Legenden ihrer afrikanischen Vorfahren und den Erinnerungen ihrer Kindheit. In einer spirituellen Welt, jenseits unserer Realität, steht das "Irgendwo- Haus" mit zwei Ausgängen, die eine Tür öffnet sich nach Lagos, die andere nach London . . .
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2008
Vielversprechend findet Rezensent Martin Zähringer den zweiten Roman dieser seit ihrem vierten Lebensjahr in London lebenden nigerianischen Autorin. Am Ende hat er das Buch, das sich seinen Informationen zufolge die Beschreibung des Gefangenseins seiner interkulturellen Heldin zwischen den Göttern Afrikas und dem Christentum auf die Fahnen schrieb, doch eher enttäuscht zugeklappt. Denn Helen Oyeyemi kann ihn mit ihrer "traumwandlerischen, autosuggestiven Schreibweise" zwar immer wieder fesseln. Letztlich aber krankt ihre "von eindeutig autobiografischer Motivation" geprägte Schilderung eines "interkulturell-spirituellen Konfliktes" an der oberflächlichen Beschreibung der 'anderen', afrikanischen Kultur'. Oyeyemi könne diese ihren Lesern nicht wirklich erschließen und lasse ihre Figuren stattdessen "in der etwas banalen Aura einer bürgerlichen Kernfamilie" hängen. Aber auch diese bleiben für den Rezensenten insgesamt eher unzugänglich. Was der Rezensent umso bedauerlicher findet, da der das Thema selbst höchst faszinierend findet und sich gewünscht hätte, die Autorin wäre weniger von "weißen Leiden" geplagt gewesen und hätte sich mehr "der schwarzen Seite" ihres Dramas zugewandt.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…