Von Hermann Gieselbusch, Dirk Moldenhauer, Uwe Naumann, Michael Töteberg. Rowohlt wird hundert und dieses Buch spiegelt die turbulente Geschichte des Verlagshauses, von den Anfängen bis heute. Die Chronik bietet eine vergnügliche Entdeckungsreise durch ein ganzes Jahrhundert. Sie lässt mit vielen Fotos, Anekdoten und Dokumenten die Historie eines Unternehmens lebendig werden, das sich nie einer bestimmten Ideologie verschrieb, sondern stets offen war für neue Ideen, neue Kunst und neue gesellschaftliche Entwicklungen. "Mein Verlag hat kein Gesicht, aber tausend Augen", so das Credo des Verlagsgründers Ernst Rowohlt. Getreu diesem Motto hat er seinen Verlag geführt, und sein Sohn Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, der nach 1945 das preiswerte Taschenbuch auf dem deutschen Markt einführte, und alle Nachfolger haben stets dieses Profil eines publikumsnahen, weltoffenen Verlags bewahrt. Aber Rowohlt ist nicht nur große Vergangenheit, sondern auch eine höchst lebendige Gegenwart. Präsentiert wird die erstaunliche Erfolgsgeschichte eines Unternehmens, dessen Autoren und Bücher auf immer wieder neue Weise Geschichte gespiegelt und Geschichte gemacht haben von Tucholsky und Fallada bis zu Kehlmann und Franzen, von Hawking und Oliver Sacks bis zu Bednarz und Joachim Fest.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2008
Den hergezeigten Stolz möchte Reinhard Wittmann diesem Jubelband gar nicht madig machen. Zu munter kommt ihm der Band daher, zu angenehm mundgerecht plaudernd, kurzweilig und ferner üppig illustriert. Das undogmatische Verlagsprofil, findet er, spiegelt sich darin ganz gut wieder. Selbst das mächtige Namedropping stört den Rezensenten kaum. Schließlich gilt es, neben dem im Mittelpunkt stehenden Verlagsgründer und seinem Sohn einer Menge renommierter Autoren und Lektoren zu gratulieren. Auch wenn es bei so viel Lobhudelei mal zu "Flüchtigkeiten" in der Sache kommt - Wittmann lauscht der dröhnenden "Jubiläumspauke". Nur einmal, wenn sich der Rezensent betreffend Ernst Rowohlts Emigration und seiner nachfolgenden Militärzeit allzu wenig informiert sieht, melden sich leise Zweifel angesichts dieser Festschrift.
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