Ausgewählt und übertragen von Maria Csollany und Waltraud Hüsmert. Die literarische Moderne, Eliot und Pound, die Mythen der europäischen Tradition ? das ist das Material dieser Gedichte. Der vorliegende Band, der die Texte nebeneinander in der Originalfassung und der Übertragung präsentiert, ist eine Auswahl aus dem lyrischen Oeuvre von Claus, mit dem Autor zusammen getroffen. Ein Nachwort gibt einen Überblick über die Entwicklung der Claus`schen Lyrik und ihre Bedeutung in der niederländischen Gegenwartsliteratur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2000
Von Shakespeare-Adaptionen bis zum Kneipenwitz reicht das Repertoire des belgischen Dichters Hugo Claus, und ebenso interessant wie die Spannweite seiner Themen findet Alexander von Bormann die Claus`sche Formenvielfalt, wobei der Rezensent besonders die von Claus angewandte Form der Elegie für "poetisch bedeutend" hält. Von kleinen Mängeln abgesehen ist Bormann mit der von Maria von Csollány und Waltraut Hüsmert besorgten Auswahl aus Claus` dichterischen Gesamtwerk zufrieden, vermittle sie doch einen "sehr genauen Eindruck von der Kraft und zarten Wildheit dieser Gedichte". Bormann zeigt sich begeistert von der Claus`schen Lust am Widerspruch, der seiner Poesie innewohnenden Antipoesie, die nichts in Ordnung bringen will, von einer Dichtung, die sich ebenso großen Themen wie der Religion, aber auch den kleinen Dingen des Alltags zuwendet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2000
Mit dieser Auswahl aus dem 1100 Seiten starken Original ("Gedichten 1948 - 1993") hat Maria Csollany den belgischen Schriftsteller Claus, den man als "grandiosen Prosaisten" kennt, so Hermann Wallmann, auch als "formen- und farbenreichen Dichter? vorgestellt. In diesen Gedichten bezieht sich Claus vielfach auf Rembrandt und Shakespeare, deren Kunst er sich "derb-allegorisch" und "temperamentvoll" nähert und sie sich "buchstäblich einverleibt". Nicht der "Hohe Ton", schreibt Wallmann, herrscht hier, sondern zeitgenössische Kritikfähigkeit und "antiautoritärer Rückblick". Etwas unzufrieden ist der Rezensent mit der Anordnung der Gedichte, und er bemängelt, dass dem unbeschlagenen Leser keinerlei Hinweise auf Entstehungszeit und Kontext im Gesamtwerk die Orientierung erleichtern. An den Gedichten selbst jedoch hat er keinen Mangel gefunden.
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