Ein Nomade leistet einen ungewöhnlichen Schwur: Er schwört, ein Haus zu bauen, desgleichen die Wüste noch nie gesehen hat. Dieser Wunsch hat ihn von klein auf beseelt, ja, er hat schon vor Urzeiten von ihm Besitz ergriffen, er ist ursprünglich wie seine Seele. Einmal auf die Welt gekommen, richtet der Mann sein ganzes Trachten darauf, dieses Haus zu bauen. Er löst sich von seinem Stamm und von der Wüste, der Umgebung also, die dem Menschen, in Ibrahim al-Konis Vision, einzig die Freiheit garantiert. Er siedelt sich in einer Oase an und gründet eine Familie. Um seinen Traum zu finanzieren, begibt er sich zunächst auf Salzsuche in der Hoffnung, es gegen Gold eintauschen zu können. Doch das eingetauschte Gold rinnt ihm durch die Finger.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2003
Wüstenromantiker dürfte dieses Buch gefallen, allen anderen rät Uwe Stolzmann von der Lektüre ab. Zu ausufernd ist ihm die Wüstenmetaphorik geraten und der Entwurf des Romans zu schlicht: Ein Mann will ein Haus bauen, wie es die Wüste noch nie gesehen hat, ein ewiges, doch ach!, es wird sein eigenes Grab. Doch nicht die Geschichte allein hat bei Stolzmann Unbehagen hervorgerufen, sondern vielmehr das Nachwort, in dem sich Ibrahim al-Koni selbst als "Erfinder einer neuen Form von Literatur" anpreist, als einen Dichter, "der die Kategorien Wüste und Roman endlich vereint". Das ist ihm doch zu dick aufgetragen für so einen dünnen Roman.
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