Aus dem Englischen von Hannes Meyer. Der Schauspieler, Regisseur und Künstler James Franco debütiert nun auch als Autor: mit Geschichten aus dem Herzen einer verlorenen Generation. "Vor zehn Jahren, in meinem zweiten Jahr an der Highschool, habe ich an Halloween eine Frau getötet." Die kalifornischen Teenager in James Francos Geschichten wachsen behütet auf, trotzdem haben sie ihre Unschuld längst verloren. Sie experimentieren mit Drogen und Sex, sie sind berauscht und gelangweilt, sie spielen mit ihrem Leben, das doch gerade erst begonnen hat. Zugleich kindlich und weise, mitleidlos und empfindsam, sind sie immer auf der Suche nach dem Erlebnis, das die Leere füllt, die Sehnsucht tötet.
In im Silicon Valley gelegenen Palo Alto treffen sich die Utopien von Technologieglaube und Gegenkultur, informiert Rezensentin Cristina Nord, doch interessiere sich der hier aufgewachsene Schauspieler und Künstler James Franco in seinen in Palo Alto spielenden, lakonisch geschriebenen Teenagergeschichten nicht für dieses Zukunftslabor, sondern für dessen Peripherie: "Söhne und Töchter der Arrivierten", die mit Alkohol, Drogen und Sex experimentieren und in der Hochkultur schließlich einen Zufluchtsort finden. Erst mit fortschreitender Lektüre bemerke man, dass Francos Kurzgeschichten anhand des Figurenensembles miteinander verbunden sind, so die Rezensentin, die das Verfahren von Gus van Sants ähnlich erzähltem Film "Elephant" entlehnt sieht, sich für Francos Buch schlussendlich aber kaum begeistern kann: Insbesondere den "lakonischen Blick und die wertfreie Haltung" bei der Schilderung von Langeweile und Gewalt findet sie schließlich ziemlich ermüdend.
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