Aus dem Schwedischen von Brigitta Kicherer. Erst ist da nur der Schmerz, als Maja sich mit der Stichsäge die Daumenspitze absägt. Dann kommt die Wut, weil ihr Vater glaubt, sie hätte es mit Absicht getan. Aber sie ist doch kein Psycho! Oder doch? Hat sie womöglich dieselbe Krankheit wie ihre Mutter? Die leidet am Asperger-Syndrom und versteht daher nicht, wie andere Leute ticken. Kann Maja sich deshalb nicht vorstellen, dass ein cooler Typ wie Justin sich in sie verliebt? Solche Fragen können schmerzhafter sein als ein fehlendes Stück Daumen, doch Maja stellt sie. Nur so kann sie sich über die Irrtümer in ihrem Leben klar werden. Ein Jugendbuch über eine Identitätssuche, das Erwachsenwerden und die erste Liebe.
In Jenny Jägerfelds Roman "Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich" richtet sich ihre Protagonistin Maja in ihrer Außenseiterrolle ein, für ihre Altersgenossen hat sie nur Hohn und Spott übrig, immer wieder muss sie körperliche Qualen ausstehen, die immer auch ihre seelischen spiegeln, berichtet Magdalena Hamm. Majas Eltern sind seit ihrem dritten Lebensjahr getrennt, ihr Vater ist ein Hallodri, ihre Mutter endlos distanziert, dass sie unter dem Asperger-Syndrom leidet, findet Maja erst kurz vor dem Ende des Buches heraus, verrät die Rezensentin. Jägerfeld schildert Majas Krise mit einem eindringlichen Realismus, der ihrer Arbeit als Psychologin und Sexualtherapeutin zu verdanken ist, und der schwerlich irgendwen kalt lassen wird, lobt Hamm.
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