Friedrich Barbarossa (1152-1190) ist sicherlich der bekannteste Kaiser des Mittelalters. 38 Jahre herrschte der Staufer über das Reich, Italien und Burgund. Diese neue Biografie beschränkt sich aber keineswegs darauf, die königliche Herrschaftspraxis Barbarossas nachzuzeichnen, sondern beschäftigt sich gleichfalls mit der Jugendzeit, der Ehe mit Beatrix von Burgund und der staufischen Fremdherrschaft in Oberitalien. Sie bietet zudem faszinierende Einblicke in die Welt des 12. Jahrhunderts, die von uns fremden Ritualen, der Bedeutung der ritterlichen Ehre und einer neuartigen Kaiseridee geprägt war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2009
Rezensent Andreas Kilb weiß Johannes Laudages Werk über Kaiser Friedrich Barbarossa zu schätzen. Der im vergangenen Jahr verstorbene Mediävist konnte sein Buch nicht mehr ganz vollenden, gleichwohl ist es für Kilb eher ein Torso als ein Fragment. Die Intention der "klug abwägenden Studie" sieht er darin, das Leben Barbarossas, das die Historikerzunft seit 500 Jahren immer wieder polarisiert hat, und eine Reihe von Einzelfragen zu einem Gesamtbild zusammenzufassen. Dabei attestiert er dem Autor, die extremen Ansichten der Forschung zu vermeiden, um stattdessen einen Mittelweg zu suchen. Etwa wenn es um die Persönlichkeit des Stauferkaisers geht, der für den Mediävisten die Verbindung der "Idee des Rittertums mit dem zeitgenössischen Rationalismus" verkörpere. Die Schilderung der staufischen Italien-Politik nach der Zerstörung Mailands 1162 trägt für Kilb freilich Züge eines "kolonialistischen Zerrbilds".
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