Jonathan Lethem

Der Stillstand

Roman
Cover: Der Stillstand
Tropen Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783608502428
Gebunden, 328 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach. Der Stillstand kam plötzlich. Autos, Waffen, Computer und Flugzeuge funktionierten nicht mehr und schon war die Gesellschaft im Eimer. Seitdem lebt Journeyman zurückgezogen mit seiner Schwester Maddy auf einem Bio-Bauernhof in Maine. Was ziemlich okay ist, bis sein alter Bekannter Todbaume mit einem irren Atom-Gefährt auftaucht. Plötzlich ist die schöne Idylle in Gefahr, und es liegt an Journeyman, Todbaume aufzuhalten.  Hochamüsant und äußerst gegenwärtig - ein Roman über die Happy Few und die Geschichten, die sie sich über die Welt erzählen, um ihren kleinen Frieden zu schützen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2024

Mit "Der Stillstand" ist Jonathan Lethem ein sehr unterhaltsam zu lesender, vielschichtiger Roman gelungen, urteilt Rezensentin Rosa-Maria Gropp. Lethem konfrontiert Journeyman, den sympathisch-naiven (Anti-)Helden seiner früheren Romane, mit dem plötzlichen Funktionsstopp aller Elektrogeräte, benzinbetriebenen Maschinen etc. In dieser postapokalyptsichen Welt lebt Journeyman zusammen mit seiner Schwester Maddy als Schlachtergehilfe in einer Selbstversorgerenklave in Maine ein verhältnismäßig ruhiges Leben. Dann allerdings taucht Todbaume, dem Journeyman vor dem Stillstand in Hollywood behilflich war, mit einem rätselhaften Fahrzeug, einer "KI", auf. Gropp hat sich bestens amüsiert, wie es aussieht. Daneben imponiert ihr die Belesenheit Lethems, die sich ihr zum Beispiel in einem verdeckten literaturkritischen Exkurs zu  Cormac McCarthys Roman "Die Straße" zeigt. Unbedingt eine Leseempfehlung.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.04.2024

Rezensent Wieland Freund freut sich über einen neuen Roman von Jonathan Lethem, "Überlebender der Postmoderne", der hier über eine postapokalyptische Insel in Maine schreibt: Der Protagonist Journeyman ist an diesem Ort gestrandet, wo Stillstand und Degrowth die Wörter der Stunde sind. Unterbrochen wird diese Idylle von seinem alten Freund Todbaume, der mit einem atomar betriebenen Roadmobil auf die Insel düst und als Sinnbild der ökologischen Ausbeutung fungiert - der Rezensent freut sich, dass beide zuvor als Drehbuchautoren vor allem über postapokalyptische Zustände geschrieben haben. Ein feiner, ironischer Roman, der unbedingt mehr Aufmerksamkeit verdient, befindet der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.02.2024

Jonathan Lethems Roman "Der Stillstand" entführt Rezensent Andrian Kreye in die postapokalyptische Pastorale einer Selbstversorger-Enklave im amerikanischen Nordosten: Elektrogeräte, benzinbetriebene Maschinen und Schusswaffen funktionieren nicht mehr, keiner weiß warum.  Mit dem unerwarteten Auftauchen Peter Todbaums, der sich als Schlüsselfigur aus der Vergangenheit des kaum zum Helden taugenden, "Journeyman" genannten Protagonisten, einst Skript Doctor in Hollywood, entpuppt, wird alles anders - wie anders, möchte Rezensent Andrian Kreye nicht verraten, denn zu viel Exegese, urteilt er, würde nur den Spaß verderben. Er rechnet Lethem einer Generation amerikanischer Literaten zu, deren Romane von der europäischen Literaturkritik zu Unrecht als "Popliteratur" verniedlicht würden: denn das Populäre steht hier nicht im Gegensatz zur Hochkultur, sondern dient der ironischen Parabel, ihren Pointen und Plot-Twists sowie ihrer temporeichen Dramaturgie, als Stoff und Grundlage. Der erzählerische Sog, den Lethem erzeugt, erlaubt es, so Kreye, einmal richtig abzuschalten.

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