Jonny Glynn

Sieben Tage

Roman
Cover: Sieben Tage
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783100263001
Gebunden, 272 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Henning Ahrens. Vor Jahren veränderte sich Peter Crumbs Leben durch einen vernichtenden Akt der Gewalt. Jetzt vernichtet er wahllos und brutal Leben und plant akribisch die Woche, die seine letzte sein soll.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2008

Julia Bähr ist beeindruckt von diesem Debütroman. Wer Rotz und Blut und furzende Prostituierte nicht scheut, meint sie, sollte Jonny Glynn lesen. Das Bähr zufolge gar nicht leicht zu handhabende Sujet der multiplen Persönlichkeit, scheint sich in Glynns Figur des (selbst-)zerstörerischen, in London wütenden Peter Crumb überzeugend niederzuschlagen. Das geschickte Spiel mit den verschiedenen Persönlichkeitsebenen, Glynns Sprachgefühl sowie die Stringenz und die Komik des Textes haben Bähr imponiert. Am Ende weiß sie es genau: niemand ist nur schlecht oder nur gut.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.07.2008

Franziska Augstein zurrt ihre Besprechung an zwei Referenzpunkten fest, an Ethan und Joel Coens Film "No Country for Old Men", durch den ebenfalls ein unkaputtbarer perverser Serienkiller stapft, und Dostojewskis "Schuld und Sühne", das Jonny Glyn mit seinem Erstling "Sieben Tage" postmodern kommentiert. Augstein fragt sich pflichtschuldigst, warum sie dranbleibt, auch als Mord auf Mord folgt, einer grausiger als der andere. Voyeurismus ist es nicht, diagnostiziert sie. Die Anziehung zwischen ihr und diesem Buch gründe vielmehr auf Glynns eleganter Feder und den Monologen des Psychopathen, die schön zwischen Sarkasmus, Geschwätz und Kaltschnäuzigkeit lavieren. Der Londoner Glynn verstehe es zudem, die bluttriefende Mordtour zu einem "kompositorischen Meisterstück" zu verschmelzen. Nur Henning Ahrens' Übersetzung trübt den Glanz ein wenig. Sie ist nach Auskunft der Rezensentin zwar "flott", aber schlampig.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.05.2008

Für Rezensent Christoph Schröder handelt es sich hier zwar um ein gefeiertes Romandebüt. Trotzdem ist dieses für ihn ebenso wunderbare wie erschreckende, faszinierende wie verwirrende Buch über einen brutalen Mörder und seine bestialischen Taten "schwer auszuhalten" und nichts für "zarte Gemüter", schreibt er und empfiehlt, diese Warnung ernst zu nehmen. Doch anders als beispielsweise die mordenden "High-Society-Monster" aus den Romanen von Brett Easton Ellis töte Jonnny Glynns Held Peter Crumbs aus einer inneren Notwendigkeit heraus, was im Verlauf der Handlung für den Rezensenten auf geradezu schockierende Weise plausibel wird. Stück für Stück werde zu diesem Zweck in Rückblenden auch die Biografie des Täters rekonstruiert. Bei aller Brutalität sei "Sieben Tage" dennoch kein "reißerischer Schocker" sondern ein höchst subtiles Buch, schreibt Schröder, in dem auf nachgerade "auffällige Weise" ein moralisches Korrektiv fehle.
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