Mit 180 Fotos und Auszügen aus Tagebüchern. Fotografien von Josef und Katharina Hoflehner. Text von David L. Harrowfield. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der geographische Südpol das Ziel eines der größten Wettrennen der Entdeckungsgeschichte. Namen wie Amundsen, Scott und Shackleton sind untrennbar mit der Geschichte des gefrorenen Kontinents verbunden, denn auf ihren Expeditionen ertrugen sie und ihre Männer unvorstellbare Strapazen und Entbehrungen. Das "Heroische Zeitalter" zwischen 1901 und 1917 umfasst eine ganze Anzahl von Antarktis-Expeditionen, auf denen dutzende Männer ihr Leben riskierten, um die letzten großen Grenzen der Erde zu erobern. An den wenigen geeigneten Orten, die für ihre Schiffe zugänglich waren, errichteten sie massive Holzhütten, die als Basis und Winterquartier dienten und Ausgangspunkt für zahlreiche Expeditionen ins unbekannte Landesinnere waren. Erst jetzt, ein Jahrhundert nach deren Errichtung, wird nun erstmals eine detailierte fotografische Dokumentation über diese historischen Bauwerke präsentiert. Josef und Katharina Hoflehner zeigen in ihrem Buch eindrucksvolle Bilder von diesen authentischen Monumenten der frühen Antarktisforschung samt den darin zurückgelassenen und vom extrem kalten und trockenen Klima konservierten Gegenständen. Viele Fotografien in diesem Bildband werden von Zitaten aus Tagebüchern der Expeditionsteilnehmer begleitet, und dies ermöglicht einen einzigartigen Einblick in den damaligen Alltag.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.01.2004
Geradezu ins Schwärmen gerät der "alex" zeichnende Rezensent über diesen "wunderbaren Bildband" von Josef und Katharina Hoflehner. Die beiden österreichischen Fotografen dokumentieren darin die Geschichte der großen Polarexpeditionen von Robert Falcon Scott und Ernest Shackleton zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Auf Ross Island hatten Scott und Shackleton drei einfache Holzhäuser angelegt, die ihnen als Basislager dienen sollten. Der Band zeigt die Stallungen für die Ponys, die verbogenen Schuhe aus Rentierleder, die Blechkonserven, die angeschlagenen Tassen, die primitive Wetterstation, aber auch 1912 angebissenes Knäckebrot oder eine Zahnbürste, berichtet der Rezensent. Manche der Bilder erscheinen ihm, "als hätte jemand die Linien der Gegenstände sanft mit einem Kohlestift nachgezogen". Und obwohl Dinge immer die "nüchterne Sprache des Faktischen" sprächen, haben die "stummen Fotos" von Katharina und Josef Hoflehner nach Ansicht des Rezensenten "mehr Pathos als vierzig Stunden Guido Knopp".
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