Josephine Tey

Nur der Mond war Zeuge

Roman
Cover: Nur der Mond war Zeuge
Kampa Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783311300021
Gebunden, 432 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Manfred Allié. Milford ist ein idyllisches Provinznest in England, in dem nie etwas passiert. In der einzigen Anwaltskanzlei vor Ort führt der junge Robert Blair in 41. Generation die Geschäfte. Seine einzige Abwechslung sind die Kekse, die täglich zur tea time gereicht werden - bis eines Abends das Telefon klingelt. Marion Sharpe und ihre Mutter, die ein abgelegenes Herrenhaus bewohnen, haben Besuch von Scotland Yard. Ein junges Mädchen behauptet, von den beiden entführt und in ihr Haus verschleppt worden zu sein. Einen Monat lang wurde die 15-Jährige dort festgehalten, sagt sie, und musste als Haushälterin arbeiten, ehe ihr schließlich die Flucht gelang. Ein unerhörte Behauptung, eine Unverschämtheit! Allerdings: Das Mädchen kann jedes Detail im Innern des Hauses beschreiben. Der Anwalt, der sonst nur Testamente aufsetzt (für eine schrullige alte Dame jede zweite Woche ein neues), steht vor einer großen Herausforderung: Er soll die Unschuld der Frauen beweisen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2022

Rezensent Hannes Hintermeier freut sich über die Wiederentdeckung von Josephine Teys Kriminalroman, der in der deutschen Erstfassung - weniger schräg - mit "Der große Verdacht" betitelt war. Die Schriftstellerin, die eigentlich Elizabeth MacKintosh hieß und unter mindestens drei Pseudonymen Werke herausbrachte, erzählt darin vom Verschwinden und mysteriösen Wiederauftauchen der 15-Jährigen Betty Kane, die behauptet, dass sie von zwei Frauen entführt und misshandelt wurde, woraufhin diese ihre Unschuld beweisen wollen, erklärt Hintermeier, der die Frauenfiguren stark findet, die Romantik angenehm kühl und die Spitzen gegen die Krawallpresse recht scharfzüngig. Dies ist ein Buch, dessen fortgeschrittenes Alter man nicht erkennen kann, schließt der Rezensent.

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