Es ist ein Roman von der Freundschaft zweier Frauen, die etwas Neues anfangen wollen. Wie aber fängt man Neues an? Da ist etwas geschehen in einem Einkaufszentrum in der Nähe von Zürich. An einem lauen Sommerabend wird aus dem Parkhaus ein Lieferwagen entwendet, womöglich ein Drogengeschäft? Zwei junge Frauen, Vera und Peli, werden verdächtigt, doch das Verhör bringt kein Licht in die Sache, im Gegenteil: Eine Meerjungfrauenstatue im Pool, kreisförmig angeordnete Fahrräder auf den Zuggleisen, die Entführung eines Pferdes - es scheint, als hätten Vera und Peli eine ganze Reihe von Verbrechen begangen, eines unwahrscheinlicher als das andere. Die abenteuerliche Suche nach dem Zusammenhang beginnt, durch die Nacht und die Stadt, und mit ihr eine aberwitzige Erkundung unserer sich verflüchtigenden Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2023
Letztlich ziemlich wenig anfangen kann Rezensent Rainer Moritz mit Judith Kellers Roman, der von einer abenteuerlichen Hetzjagd durch Zürich handelt. Gejagt werden zwei Frauen, erfahren wir, die diverser Delikte beschuldigt werden, wobei Details durch die Erzählweise systematisch verunklart werden - die Handlung entfaltet sich entlang eines Vernehmungsprotokolls einer der beiden Frauen, und die ist nicht gerade eine verlässliche Erzählerin. Jedenfalls tauchen an jeder Ecke mysteriöse Gegenstände und Figuren auf, und außerdem ist die Prosa von einer regelrechten Metaphern- und Symbolflut geprägt, wie der wenig amüsierte Rezensent berichtet. Wenn am Ende die Stadt Zürich selbst in alle Himmelsrichtungen diffundiert, dann hätte Moritz doch gern gewusst, was der Sinn der Übung war.
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