Kann man auf dem Hut des Onkels wohnen? Oder auf dem Dach der Kirche? Im Schnee oder im Regen? Diese Familie - das sind Großmutter, Großvater, Mutter Vater, drei Kinder und eine Katze - kann es. Doch wo immer sie sich niederlassen, was auch ganz reale Orte wie unter der Brücke, im Wald oder im Meer sein können, ist es ein Suchen, nach dem Ort, wo man bleiben kann. Erst seit sie vor der Stadt wohnen, in einem ganz gewöhnlichen Haus mit vier Ecken, fühlen sie sich wirklich zuhause. "Hier wohnen wir und hier werden wir wohl noch lange bleiben." Zurück bleibt ein leises Staunen über die bekannte Welt, in der vieles jeden Tag gleich und doch auch manches jeden Tag anders ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2005
Rezensentin Katharina Mütter ist ganz entzückt von diesem die Fantasie anregenden Buch, das von der Odyssee einer Familie erzählt, die auf der Suche nach dem idealen Zuhause ist und dabei an allerhand seltsam anmutenden Orten landet. Das Buch enthält "18 Stationen voll wunderbar skurriler Geschichten und großartig gezeichneter Bilder." Dass die Familie am Ende dieser aufregenden Reise ihr Glück ausgerechnet in der "banalen, uninspirierten, pendlerpauschalen- und eigenheimzulagengerechten" Vorstadt findet, stört die Rezensentin nicht wirklich. Denn das ist ja "genau der richtige Ausgangspunkt, um viele weitere Traumorte zu entdecken" - auch für den Leser.
Reinhard Osteroth hat sich vom "feinen Schweben" hinwegtragen lassen, das der Schweizer Autor Peter Stamm in seinem ersten Kinderbuch erzeugt. 18 Miniaturen versammelt es, die alle von von einer Familie handeln, die bereits wer weiß wo gewohnt hat, wie Osteroth erzählt: unter Brücken, auf dem Mond, in der Geige der Tante oder im Traum. Der Rezensent hat diese Geschichte als "Etüden der Wahrnehmung" und als poetische "Weltentdeckung" gelesen, deren Zauber die aus der Tiefe leuchtenden Zeichnungen von Jutta Bauer verstärkten.
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