In diesem Buch zeigt Bracher die Grundlinien und wesentlichen Antriebskräfte des 20. Jahrhunderts, deren Folgewirkungen uns bis heute beschäftigen: die Zeitbrüche der Jahre 1918, 1945 und 1989, die totalitären Herausforderungen, das Scheitern der ersten deutschen Demokratie und die europäischen Diktaturen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2001
Machiavelli, Montesquieu - Bracher? Hanno Helbling zufolge geht das schon in Ordnung. Schließlich hat sich der Politologe Bracher wie die berühmten M & M gleichfalls mit klassischen Texten rumgeschlagen, mit Thukydides und Tacitus, aber auch mit den späteren "Klassikern", mit Ranke und Mommsen, bevor er sich der "allerneuesten Geschichte und Politikwissenschaft" zuwandte. Einen Schlüssel zu den vierzehn Beiträgen des Bandes sieht Helbling nicht zuletzt deshalb in dem enthaltenen Aufsatz über den Widerstandskämpfer Rüdiger Schleicher. Auch hier geht es weniger um Biografie, denn um ein Modell als eine Möglichkeit, politische Grundprobleme zu betrachten. Was Bracher in seinen Aufsätzen über historische Erfahrung zu Papier bringt, schreibt Helbling, umweht ein "Hauch von Aufklärungsoptimismus", der ihr "einen trotz all ihrer Düsterkeit lebensfreundlichen Sinn" verleiht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2001
Kurt Sontheimer würdigt in seiner Rezension vor allem das Lebenswerk des Autors und die Tatsache, dass sich Bracher nie nur als Forscher verstanden hat, sondern immer auch "politischer Pädagoge" sein wollte. Sein Anliegen sei es stets gewesen zu zeigen, was aus Geschichte für die Gegenwart und Zukunft gelernt werden kann. Diese Einstellung findet Sontheimer auch im vorliegenden Band wieder, in dem sich Bracher, wie der Leser erfährt, unter anderem mit der Bedeutung der "europäischen Einbindung der Bundesrepublik" als wesentliche Säule der Demokratie in diesem Land befasst. Besonders gut gefällt dem Rezensenten das abschließende Interview, das Werner Link "mit großer Sachkenntnis" mit dem Autor geführt hat. Hier könne der Leser nicht nur viel interessantes über Brachers Werdegang erfahren, sondern auch wesentliche Aussagen des Autors über seine Einstellung zur Demokratie und dem Lernen aus historischen Erfahrungen nachlesen. Sontheimer ist voll des Lobes und bezeichnet Bracher gar als "Vorbild" für die "Nachgeborenen".
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