Herausgegeben von Wolfgang Jacobmeyer und Bernd Schönemann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2000
Hans-Christoph Kraus zeigt sich recht angetan von diesem Band, in dem er die wichtigsten Texte Jeismanns versammelt sieht. Deutlich wird nach den Ausführungen des Rezensenten vor allem eines: Jeismanns Plädoyer für eine möglichst große und ideologiefreie Historie, wohl wissend, dass diese `Objektivität` nicht unabhängig von dem zu denken ist, was "die Vergangenheit an Überresten gelassen hat". Dieses Problem müsse man sich jedoch stets bewusst machen, um "vorschnelle Analogien, die Selbstgerechtigkeit und die Scharfrichtergebärde" zu vermeiden. Jeismann zeigt sich dabei, so Kraus, auch oftmals als deutlicher Kritiker an Kollegen, insgesamt zeichnen sich die Schriften jedoch durch "Klarheit und Nüchternheit" aus, wie er feststellt. Ohne im einzelnen darauf einzugehen sei gesagt, dass es jedoch auch Ausführungen gibt, denen der Rezensent nicht ganz folgen kann und die er für fragwürdig hält. Dennoch: Der Leser werde durch die Lektüre "reich belehrt", und Jeismanns Anliegen, einer `dogmatischen Monopolisierung der Geschichtsdeutung` entgegenzutreten, könne man sich nur anschließen.
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