Aus dem Englischen von Jens Hagestedt und Ursula Held. Krebs beginnt, wenn Zellen rebellieren, wenn sie außer Kontrolle geraten und in eine chaotische Parodie normalen Lebens ausarten. Dieselben Gene, die Tumore befördern, sind auch für jede andere Funktion von Leben verantwortlich. Krebs ist keine Krankheit, die wir selbst durch unseren modernen Lebensstil über uns gebracht haben. Tatsächlich war er unser Begleiter von allem Anfang an: Tödliche Tumore finden sich in ägyptischen Mumien und in Fossilien von Dinosauriern. Aber die Forschung macht unaufhaltsame Fortschritte, und Wissenschaftlern gelingt es zunehmend, die Zellrebellion des Krebses genau zu verstehen und wirksame Therapien zu seiner Behandlung zu entwickeln. Dieses Buch ist keine Geschichte über Krebs. Es handelt vielmehr vom Leben. Ich möchte Ihnen zeigen, dass Krebs keine moderne menschliche Krankheit ist, sondern in grundlegenden Prozessen der Biologie verankert. Wir werden sehen, dass die Wurzeln dieser Rebellion bis zu den Ursprüngen des vielzelligen Lebens zurückreichen, als die organisierten Strukturen geschaffen wurden, aus denen regelbrechende Zellen hervorgehen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.10.2025
Krebs gibt es, seitdem Lebewesen aus mehr als einer Zelle bestehen, ist die These der Wissenschaftsjournalistin Kat Arney, wie Rezensentin Susanne Billig erklärt. Sie liest Arneys präzises und auch erzählerisch überzeugendes Buch über die evolutionsbiologische Sichtweise auf Krebs mit Gewinn: Die Autorin plädiert dafür, Krebs als "sich entwickelndes Ökosystem" zu verstehen, anstatt auf die Erforschung einzelner Gene zu setzen, um die mutierenden Zellen besser austricksen zu können. Krebs lässt sich nicht ausrotten, aber der Umgang mit der Krankheit kann immer klüger werden, resümiert die Kritikerin ihre Erkenntnisse aus dem Buch.
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