Aus dem Englischen von Anette Grube. June ist schwanger und weiß, dass sie bald mit ihren Kindern allein dastehen wird. Addison, der von seinem Vater nie anerkannt worden ist, stellt bei dessen Begräbnis fest, dass er es letztlich ohne den Vater besser hatte. Die praktische Amerikanerin Meredith muss erfahren, dass es für den Umgang mit dem Altern kein Patentrezept gibt. Kate Atkinsons Figuren widerfährt nichts Ungewöhnliches, sie erleben das, was das Leben für jeden bereithält: Altern, Einsamkeit, Liebe, Tod. Doch die Geschichten, die sie erzählt, enden nie in Hoffnungslosigkeit. Kate Atkinsons scharfer und illusionsloser Blick richtet sich stets auch auf den Ausweg aus dem scheinbar unveränderbaren Dasein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2003
Marion Löhndorf nimmt Kate Atkinsons Geschichten gegen ihren deutschen Verlag in Schutz, der ihnen nicht nur einen "irreführend schlechten" Einband verpasst habe, sondern auch noch ängstlich-falsche Klappentexte. Familiengeschichten? Klar haben ein paar der Protagonisten Familien, aber einige sind auch Vollwaisen. Heiter? Natürlich beherrsche Atkinson die wunderbare Kunst, die Schicksale ihrer Helden in unsentimentale Schwerelosigkeit zu überführen, trotzdem seien diese oft eher deprimierend oder makaber als "heiter". Ganz und gar nicht einverstanden ist Löhndorf damit, dass Atkinson als gut zu konsumierendes Leichtgewicht verkauft werde. Denn ihre Geschichten, so unterhaltsam sie seien, künden mit ihrem morbiden Witz, mit ihren Nebeneinander realistischer und phantastischer Welten von beträchtlichem literarischen Können.
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