Katharina Zimmermann

Und singe dir ein Lied

Cover: Und singe dir ein Lied
Zytglogge Verlag, Oberhofen 2005
ISBN 9783729606944
Gebunden, 202 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ein Mann ist gestorben, nach einer schwierigen Zeit des Krankseins und des Leidens; zurück bleibt die Gattin, Gefährtin durch manche Jahrzehnte: Ein Geschehen, das Tag für Tag hundertfach, tausendfach eintritt. Für diese eine Frau jedoch ist dieser eine Tod ein eigener kleiner Weltuntergang, bedeutet er den Schlusspunkt nach einer beinah lebenslangen Gemeinsamkeit. Ist es so? Die Schriftstellerin Katharina Zimmermann weiss und hat es erfahren, dass mit dem Tod des Partners nicht auch die Erinnerung stirbt, dass die Gemeinschaft, in vielen Jahren gewachsen und stark geworden, nicht zu Ende ist. Von dieser Verbundenheit erzählt ihr Buch: Wie diese angefangen hat einst, mit dem Glück und der Verliebtheit junger Leute; wie sie sich entwickelt und bewährt hat, unter Umständen, die alles andere als alltäglich, gesichert und bequem waren, damals, als der Gatte in Indonesien, auf Kalimantan, Pflichten übernahm als Theologe und Agronom; wie die Gewissheit des Zusammengehörens nach der Rückkehr in die Schweiz, an der Schwelle zum Alter und schliesslich beim Ausbrechen der Krankheit neue Kräfte forderte und freigab.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.03.2005

An die "literarische Tradition des Requiems" knüpft Katharina Zimmermanns Text nicht an, stellt Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger fest. Die Autorin erinnert sich in einer "posthumen Zwiesprache" an ihr Leben an der Seite des Theologen und "Ingenieur-Agronoms" Christoph Zimmermann, der an einer fortschreitenden Lähmung litt und vor zwei Jahren verstarb. Das Buch der Ehefrau kommt nun so gar nicht wie ein "Trauerbuch" daher; Zimmermann beschwört vielmehr ein "Leben voller Farben", das sich unter anderem in Burgund, Bern und der "tropischen Fremde" Indonesiens abspielte. Interessant findet die Kritikerin in den Texten auch die weniger schönen Momente im Leben des Paars - die "Wirklichkeit", die Zimmermann ins "Zentrum" rückt. Ungeduld und Streitlust werden thematisiert, doch die "Versöhnungsbereitschaft" schwingt selbst in diesen Zeilen mit und macht aus diesem Buch ein "lebensvolles" Porträt.

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