Katrin Löffler (Hg.)

Als Studiosus in Pleiß-Athen

Erinnerungen von Leipziger Studenten des 18. Jahrhunderts
Cover: Als Studiosus in Pleiß-Athen
Lehmstedt Verlag, Leipzig 2009
ISBN 9783937146683
Gebunden, 411 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit 25 farbigen Abbildungen. Schürzenjäger und Modegecken - diesen Ruf genossen die Leipziger Studenten im 18. Jahrhundert. In Wirklichkeit waren die meisten arm, nur wenige konnten sorgenfrei leben. Woher das Geld für Stube, Bücher, Collegien und die Waschfrau nehmen? Wie den Verführungen der Messestadt widerstehen? Auf der Lindenallee promenierte das galante Leipzig, Theater und Konzerte boten reichlich Abwechslung, die umliegenden Dörfer lockten mit Kuchengärten ...
Das Buch versammelt autobiografische Erinnerungen von dreizehn nachmals berühmt gewordenen Schriftstellern, Naturwissenschaftlern, Gelehrten, Ärzten, Pädagogen und Musikern, die im 18. Jahrhundert in der Messestadt studiert haben. Der Leser lernt Studienlust und Studienfrust, Freuden und Sorgen eines Studiosus im Zeitalter der Aufklärung kennen. Zugleich zeigen die Texte, wie sich autobiografisches Erzählen entwickelt: Es wird im Laufe des Jahrhunderts unterhaltsamer und anekdotenreicher. Vertreten sind: Adam Bernd (Student in Leipzig 1699-1701), Abraham Gotthelf Kästner (1731-1739), Johann Jakob Reiske (1733-1738), Christian Felix Weiße (1745-1750), Carl Friedrich Bahrdt (1756-1761), Johann Wolfgang Goethe (1765-1768), Christian Ernst Wünsch (1769-1777), Christian Gottlieb Neefe (1769-1772), Johann Friedrich Reichardt (1771-1772), Gustav Friedrich Dinter (1779-1782), Johann Gottfried Seume (1780-1781, 1787-1792), Karl Friedrich Burdach (1793-1797) und Friedrich Laun (1797-1800).

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.05.2009

In der Studentenstadt Leipzig ging es im 18. Jahrhundert anders, nämlich seriöser zu als anderswo. Die Künste florierten, die Studierenden waren seltener betrunken, hatten dafür häufiger galanten Umgang mit den Honoratioren der Stadt. Goethe berichtet davon in diesem Sammelband, der historische Augenzeugnisse zum interessanten und, so der Rezensent Lothar Müller, "klug komponierten" Einblick vereint. Ausdrücklich erwähnt wird von ihm unter anderem der Mathematiker und Physiker Christian Ernst Wünsch, der als Handwerkersohn sein Geld mit Nebenjobs verdienen musste und bei dem später in Frankfurt (Oder) Heinrich von Kleist noch studierte. Spannende Biografien wie diese machen das Buch zu einer, daran lässt Müller keinen Zweifel, ausgesprochen lesenswerten Angelegenheit.

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