Aus dem Englischen übersetzt von Sophia Deeg. Der in Uganda geborene Sohn indischer Einwanderer, heute Professor an der Columbia Universität in New York, schreibt über religiösen Fundamentalismus und seine politischen Auswirkungen. Er wendet sich gegen die Vorstellung vom "clash of civilizations" zwischen dem Islam und dem Westen und schildert, wie die "Achse des Bösen" aus den von den US-Amerikanern geförderten antikommunistischen Stellvertreterkriegen nach der Niederlage in Vietnam entstand. In diesem Buch - protegiert von Edward Said - zeigt sich Mamdani als leidenschaftlicher Häretiker.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2007
Martin Froberg schließt sich voll und ganz dem Autor Mahmood Mamdani an, der in seinem Buch "Guter Moslem, böser Moslem" die Wurzeln des internationalen Terrorismus in der amerikanischen Politik begründet sieht. Der Rezensent nennt dies einen "konstruktiv weltbürgerlichen Ansatz". Wenn wir seinen Darstellungen folgen, dann erklärt Mamdani den islamischen Terrorismus einerseits als Reaktion auf die "Genozidtraditionen im Umgang mit kolonialisierten Völkern", andererseits dann mit dem Kalten Krieg. In beiden Phasen sei die Saat der Gewalt gelegt worden: während des Kolonialismus durch die gezielte "Ausrottungspolitik", im Kalten Krieg dann dadurch, dass die USA mithilfe der CIA terroristische Gruppen in der halben Welt direkt gefördert hätten. Auch hätten sie einer "Politik der Straflosigkeit" Vorschub geleistet, die - ja genau - Israel nie für seine Besatzungspolitik zur Rechenschaft gezogen habe.
Obwohl man in diesem Band wenig Neues erfährt über den Stand der Konfrontation zwischen dem Islamismus und der Weltmacht USA, findet ihn die Rezensentin Renee Zucker doch hochinteressant. Das hat zum einen damit zu tun, dass sie die Thesen des Autors für zutreffend hält. Keineswegs, meint Mahmood Mamdani, habe man es mit einem Kulturkampf zu tun: Hier werde knallhart Politik betrieben. Und die gegnerischen Seiten, al-Qaida hier, die USA da, sind sich in ihrem Kampf durchaus ähnlich, nämlich darin, dass unschuldige Opfer vor allem als "kollaterale" Schäden betrachtet werden. Der zweite Grund, aus dem Zucker den Band für außergewöhnlich hält, ist die Herkunft des Autors. Als Afrikaner stellt er die gegenwärtigen Auseinandersetzungen, im steten Bezug auf Frantz Fanon, in den Kontext der afrikanischen Kolonialgeschichte. Solche Zusammenhänge können den USA so wenig gefallen wie die These des Buches, so Zucker, die ihre Skepsis gegenüber der "Lernfähigkeit" der USA zum Ausdruck bringt.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…