Marc Fischer

Eine Art Idol

Roman
Cover: Eine Art Idol
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2001
ISBN 9783462029925
Paperback, 316 Seiten, 11,71 EUR

Klappentext

Anstatt sich nach der Rückkehr von einer Japanreise wieder auf die europäische Zeit umzustellen, lebt der Ich-Erzähler in Marc Fischers Roman sein Leben mit acht Stunden Zeitverschiebung - wenn er schläft, wachen die anderen und umgekehrt. Ständiger Begleiter auf seinen Reisen durch die Nacht ist dem arbeitslosen Journalisten dabei das "Hagakure", die Bibel der Samurai. Da mit einem solchen Leben aber kein Geld zu verdienen ist, hat sich der Erzähler bald ruiniert, so dass ihn eigentlich nur noch ein Wunder retten kann. Das tritt auf in Gestalt eines Mädchens, in Form anonymer Geldsendungen und einer mysteriösen Untergrundorganisation, die offenbar in ganz Deutschland operiert ...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.06.2001

Gerrit Bartels lobt zunächst ausführlich die Aufmachung des Buchs, bevor er auf den Roman selbst zu sprechen kommt. Seiner Ansicht nach handelt es sich hier um einen "Klassiker der Popliteratur". Das scheint er jedoch nur ungern zu sagen, denn Bartels weiß genau, dass das Wort "Pop" im Zusammenhang mit Literatur inzwischen mit einigem Argwohn betrachtet wird. In diesem Fall jedoch zu Unrecht, findet Bartels, denn der vorliegende Roman habe tatsächlich "einen Inhalt", bei dem es vor allem darum gehe, dass junge Menschen ihren Spaß in einer Art Revolution suchen, voller Begierde, 'sich einem System zu unterwerfen'. Eine besondere Rolle spielen dabei eine kuriose Untergrundorganisation, wie der Leser erfährt, und die Samurai-Phantasien des Erzählers, der als deutscher Samurai allerdings kläglich scheitert, weil er im entscheidenden Augenblick des Attentats einfach umkippt. Bartels findet die Geschichte "konventionell, aber schnell erzählt" und lobt besonders den "dunklen Irrwitz" des Romans.
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