Mario Fortunato

Die Liebe bleibt

Roman
Cover: Die Liebe bleibt
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783803131768
Gebunden, 208 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Moshe Kahn.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.04.2003

Volker Breidecker kann diesem Roman, in dem ein nie aufgeklärter Mord der Ausgangspunkt eines Familienepos bildet, nichts abgewinnen. Um die Schicksale mehrerer Generationen auf dem schmalen Raum von 180 Seiten zu schildert, braucht es nach Ansicht des Rezensenten entweder "große Verwegenheit" oder "ungeheurer Leichtigkeit", die allerdings einer "strengen Choreografie" zu folgen habe, sollte sie wirklich funktionieren. Breidecker findet, dass die angestrebte Leichtigkeit, für die sich der italienische Autor entschieden hat, ihm nicht gelungen sei. Stattdessen sei der Roman, der, so der Rezensent kritisch, eigentlich gar kein richtiger Roman ist, sondern nur "simuliert", von "dürftiger Banalität". Dass das Buch dann auch noch "schlampig lektoriert" ist, ärgert Breidecker genauso wie die "Sentimentalität", in die das Romangeschehen schließlich einmündet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2003

Winfried Wehle kann sich für dieses Buch, in dem eine Familiensaga erzählt wird, die von einem Mord und einer Reihe von "unordentliche Lieben" handelt, nicht recht erwärmen. Da die Geschichte vor allem in Andeutungen, Gerüchten und Mutmaßungen erzählt wird, besteht der Reiz des Buches "zur Hälfte" aus dem "Versteckspiel", das der italienische Autor mit seinen Lesern spielt, meint der Rezensent, dem das aber nicht genug ist. Noch gravierender allerdings findet er die Suggerierung der "Unausweichlichkeit" der Geschehnisse. Steht hier die "Rückkehr von Schicksal und Verhängnis" bevor, lautet die bange Frage Wehles, der erst nach mehrfachem Lesen, wie er berichtet, erkennt, dass der Grund der Verstrickungen im "Vatermord" des Anfangs zu suchen ist. Für den Rezensenten ist dies der "alttestamentlichen Unausweichlichkeit" zu viel. Was ihn dabei besonders stört, ist die Diskrepanz zwischen der modernen Schreibweise Fortunatos, der vor allem mit Auslassungen arbeitet, und dem "archaischen Grund" dieser Geschichte, deren "Moral" in der Dauerhaftigkeit "verbotener Liebe" liegt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2002

Unzufrieden äußert sich Martin Krumbholz über diesen äußerlich so formschön daherkommenden Roman des italienischen Erzählers Mario Fortunato. Ein Buch der "falschen Fährten", behauptet Krumbholz: zum einen enthalte es ungewöhnlich viele Druckfehler, zum anderen erzähle der Autor eine verwickelte Geschichte auf drei punktuell verknüpften Ebenen, die sich leider so kompliziert lese, versichert Krumbholz, wie sie sich anhört. Es beginnt mit einem angedeuteten Dreiecksverhältnis und einem nie aufgeklärten Mord im Jahr 1929, schildert die gleiche Familie 30 Jahre später bei einem Ausflug und endet mit der Schilderung einer Jugend in den 60er und 70er Jahren. Wäre die Handlung nicht deutlich autobiografisch fundiert, so wäre dem Erzähler womöglich aufgefallen, wie entbehrlich manche Motive seien, stöhnt Krumbholz, wie sperrig die Konstruktion, wie unerquicklich die hölzerne Pfade, die durch die Übersetzung teilweise verstärkt würden. Mehr Lektorat! wünscht Martin Krumbholz.

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