Marius Goldhorn

Park

Roman
Cover: Park
Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783518127643
Kartoniert, 179 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Arnold, Mitte zwanzig, reist nach Athen, wo er Odile wiedersehen wird. Bevor sein Flieger geht, streift er durch Paris. Arnold sortiert Spam aus seinen Mails und wechselt seine Bildschirmhintergründe, er notiert Gedichte und wartet darauf, dass Odile ihm schreibt. In den Nachrichten hört er von einem Anschlag in der Stadt und fragt sich: Warum fühlen sich Terror, Unruhen und Gewalt nicht wirklich bedrohlich an? Oder warum dringt die Bedrohung nicht zu ihm durch? Auch dann nicht, als in Athen auf einer Demonstration die Situation eskaliert. "Park" erzählt von der Oberfläche unserer Gegenwart, in der das Virtuelle genauso nah ist wie die Realität, und von einem Protagonisten, der gerade deshalb umso deutlicher spürt, dass es da noch mehr geben muss. In lakonischen Sätzen schickt Marius Goldhorn ihn durch ein unsicheres Europa.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.11.2020

Rezensentin Carla Kaspari hält Marius Goldhorns Roman für ein existenzialistisches Emoji. Dem Autor gelingt es laut Rezensent, die bleierne Deckungsgleichheit zwischen Online- und Offline-Modus, die das Dasein der Millenials charakterisiert, zu vermitteln. Ob der Protagonist im Roman ein Wurstbrot isst, durch Paris oder Athen spaziert oder ein Youtube-Video ansieht, macht im Text keinen Unterschied, so Kaspari. Das alles ist für den Leser eher deprimierend, stellt der Rezensent fest, auch wenn es "warme Momente" gibt, wenn der Held von Aliens träumt (!). Beeindruckend als Poproman ist das Buch für Kaspari, weil es zwar stilistisch vergleichbar ist mit den bekannten Vertretern des Genres, jedoch der Gegenwart gegenüber eine weniger elitäre, vielmehr sensible Position einnimmt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2020

Rezensent Christian Schärf staunt, wie sehr ihn Marius Goldhorns vollkommen schlichte, indifferente und schweigsame Hauptfigur trotz allem anspricht. Für Schärf hat der Autor mit seinem "digitalisierten Simplizissimus", der schließlich durch die Kunst doch noch erweckt zu werden scheint, eine Figur geschaffen, an der die "Kennzeichen der Gegenwart" sichtbar werden. Dass aus der eigentlich stillosen Sprache der Figur so etwas wie Poesie entspringt, hätte sich Schärf nicht träumen lassen. Auch wenn der Roman für den Rezensenten alles andere als eine klassische Coming-of-Age-Geschichte darstellt, weil sich die Figuren diesem Konzept verweigern, überzeugt das Buch Schärf nicht zuletzt durch seinen "eigenwilligen" Humor.
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