Mark Slouka

Die Wiese, in der ich schwimmen lernte

Roman
Cover: Die Wiese, in der ich schwimmen lernte
Karl Blessing Verlag, München 2005
ISBN 9783896672216
Gebunden, 192 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Leonie von Reppert-Bismarck und Thomas Rütten. Jeden Sommer verbrachte er als Kind an einem unscheinbaren See, irgendwo versteckt im Umland von New York - das Paradies für einen Jungen, der klettert, angelt und taucht, der die kleinen Dramen und Wunder der Natur bestaunt, für die Erwachsene blind sind. Jahrzehnte später kehrt Mostovsky, Sohn tschechoslowakischer Flüchtlinge, hierher zurück und macht sich auf Spurensuche. Er lernte das Schicksal seiner Familie zu verstehen - und das unerhörte Glück, das seinen Eltern und Großeltern half, zwei Weltkriege zu überstehen. Er lernte die Gemeinschaft irischer, italienischer, tschechoslowakischer und deutscher Emigranten kennen, die an einer ganz bestimmten, nur vierzig Hektar großen Wasserfläche eine neue Heimat fanden. Und er begriff, was Erwachsenwerden bedeutet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.04.2005

Der deutsche Titel des Erzählbandes von Mark Slouka leuchtet Angela Schader nicht ganz ein. "Die Wiese, in der ich schwimmen lernte" ist für sie ein "launig-surreales Bild", das die Leser auf die falsche Fährte lockt. Schade, denn Slouka sei dort am besten, "wo es am finstersten ist". Und am finstersten geht es für Schader in der Erzählung "Federn und Knochen" zu, worin der jugendliche Erzähler zum Nachbarn eine freundschaftliche Beziehung aufbaut und ihn eines Tages dabei beobachtet, wie er kalten Herzens die Schnappschildkröten ausrottet. Bei Slouka geht es um das Verhältnis von Mensch und Natur, erläutert Schader, wobei die Tierwelt ebenso amoralisch sei wie die Menschen und sich auch "kein verklärender Dunst über die Landschaften" lege. Sloukas Naturbeobachtungen sind so präzise und überraschend, dass Schader gerne öfter daraus zitieren würde. Im übrigen seien die Erzählungen in sich abgeschlossen, erklärt die Kritikerin, aber dadurch dass der jugendliche Ich-Erzähler, aus einer nach Amerika emigrierten tschechischen Familie stammend, durchgängig derselbe sei und auch Handlungsort und Personal der Erzählungen nicht wechselten, ließen sich die Erzählungen insgesamt als locker gestrickter Roman lesen: harmlos beginnend und im Innersten schön finster.

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