Dieses Studienbuch macht mit den Erzeugnissen von 3.000 Jahren Geschichtsschreibung vertraut. Es zeichnet die Historiografiegeschichte von der Antike bis heute nach. Dabei erläutert es in chronologischer Vorgehensweise neben der europäischen Geschichtsschreibung auch viele bisher unbeachtete Historiografien. Byzanz, die arabischen Länder, Russland, China, Japan, Süd- und Nordamerika werden ebenso behandelt wie Afrika, der Mittelmeerraum und Indien. Es wird deutlich, dass die zwei europäischen Jahrhunderte, das 19. wie das 20. Jahrhundert, nicht mehr zwangsläufig als Endpunkt einer kontinuierlichen Entwicklung gelten müssen, sondern nur noch als methodische Plattform, von der aus andere Formen historischen Wissens als gleichberechtigt wahrgenommen werden können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2007
Gerrit Walther kann vor dem kühnen Unternehmen, auf weniger als 400 Seiten eine Geschichte der Welthistoriografie vorzulegen, nur den Hut ziehen und er findet, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gleich eingangs gestehe der Autor Markus Völkel zwar ein, dass sowohl Thailand wie die Geschichtsschreibung der Karibik und Südafrikas in seinem Buch zu kurz kommen. Ansonsten aber mache er sich unverdrossen ans Werk, lobt der Rezensent, in 13 konzisen, fesselnden Kapiteln die Historiografie von der Antike bis zur Gegenwart durch alle Kulturen hindurch vorzustellen, wobei er aus seiner Vorliebe für antike Geschichtsschreiber keinen Hehl macht, so der Rezensent beeindruckt. Die Auswahl der Geschichtswerke, die Völkel seiner Untersuchung zugrunde legt, lobt der Rezensent als "bunt und originell" und er glaubt, dass auch Historiker hier durchaus noch Neues erfahren können. Der Autor lasse sich weder von geografischen noch epochalen Grenzen leiten, sondern orientiere sich an weiten Perspektiven, so Walther, der den Enthusiasmus des Autors außerordentlich mitreißend findet.
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