Martin Büsser

Antifolk

Von Beck bis Adam Green
Cover: Antifolk
Ventil Verlag, Mainz 2005
ISBN 9783931555931
Paperback, 144 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Ein intimer Einblick in die viel beachtete Antifolk-Szene von New York. "Wenn das Folk ist" soll der Songwriter Lach in den 1980ern ausgerufen haben; "Dann bin ich Antifolk!" Er gründete deshalb die "Open Mic Sessions", das auch Amateuren zugängliche "offene Mikrofon". In den 80ern machten Musiker wie Beck und Michelle Shocked dort ihre ersten musikalischen Gehversuche.Bekannt wurde die Antifolk -Szene allerdings erst 2001 durch die Moldy Peaches und den enormen Erfolg von Adam Green. Deren schrullige Musik löste eine ganze Flut der Begeisterung aus. Martin Büsser liefert das erste Antifolk-Kompendium, entstanden in Zusammenarbeit mit zahlreichen Musikern aus der Szene. Es gibt einen Abriss über die Folk-Entwicklung von Bob Dylan bis heute, beleuchtet den "Do-it-yourself-Gedanken des Antifolk und liefert zudem ein "Who's who" der Szene. Interviews, Songtexte, Gedichte und Comics spiegeln die Vielseitigkeit dieser neuen Alternativkultur wieder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2005

Magnus Klaue legt jedem, der "Popmusik als Teil sozialer Praxis ernst nimmt", die Lektüre von Martin Büssers Büchlein ans Herz - und die Platten der Antifolk-Protagonisten, von Daniel Johnston bis Kimya Dawson: Musik für Angsthasen, für "schüchterne, verstockte Charaktere", die weder linken noch kommerziell vermittelten jugendkulturellen Zwängen folgen wollen. Mit anderen Worten: Antifolk ist nicht einfach niedlich, wie man meinen könnte, wenn man Adam-Green-Platten hört, sondern wichtig. Warum, steht bei Büsser, der die Bewegung bis zurück zu Woodie Guthrie historisiert, ihre Entwicklung darstellt, ihre utopischen und resignatorischen Momente herausarbeitet, ihr Anliegen als "Einspruch gegen die Kolonisierung eines Lebensabschnitts" darstellt, dabei aber auch, wo nötig, aus kritischer Distanz auf die Bewegung blickt. Denn einen Fehler dürfe Antifolk nicht begehen: Nämlich "Inkompetenz mit Spontaneität" zu verwechseln, viel eher sollte es sämtliche "popkulturellen Hörgewohnheiten" angreifen. Eine überaus gelungene Darstellung.

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