Eine Kulturgeschichte der eigenwilligen Mode und schrägen Stars, die bis heute maßgeblichen Einfluss auf die Popkultur haben. David Bowie, T. Rex, Alice Cooper und Roxy Music feierten mit Glam das Künstliche und das Spektakel und grenzten sich so von den immer gleichen Rockbands ihrer Zeit ab. Glam war also mehr als nur ein buntes Spiel, er war das erste kulturelle Auflehnen gegen die in Langeweile erstarrte Rockmusik - Jahre vor Punk. Simon Reynolds lädt die Leser zu einer Bildungsreise durch die frühen Siebziger ein, in die Zeit der Glitzerkostüme, des Make-ups und der aufregenden Musik. Dabei bettet das Buch Glam in deb größeren kulturellen und politischen Kontext ein, in eine Zeit des sozialen Umbruchs und der politischen Desillusionierung. Und es erzählt die Geschichte eines Bruches, den Künstler wie Lou Reed, die New York Dolls, Queen oder die Sparks mit der Hippie-Generation vollzogen haben, indem sie das Künstliche über das Authentische und das "Wahre" stellten. Abschließend verfolgt Reynolds die Spuren von Glam bis in die Gegenwart und findet bei Künstlerinnen wie Lady Gaga ähnliche Strategien, etwa der Androgynität oder Dekadenz. "Glam" zeigt, dass der Art Pop der Siebziger auch heute noch die Popkultur prägt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2018
Stefan Michalzik erfährt bei Simon Reynolds nicht nur, wie der Glam nostalgisch die Hippie-Ära beendete und den Sound der Beatles ablöste, sondern auch, inwieweit Suzi Quatro Rollenmodell wurde und das Konzept Glam bei Lady Gaga nachwirkt. Mit ihrem Hang zur faschistoiden High-Glam"-Attitüde werden Queen und Bowie laut Rezensent im Buch monografisch behandelt, ein Abschnitt zum Missbrauch von pubärteren Groupies inklusive.
Ein Ziegelstein, das schon, gibt Robert Mießner zu. Doch wenn sich Simon Reynolds dem Glam widmet, und zwar mit laut Rezensent unübersehbarem Willen zum Grundlagenwerk, dann gibt es eben auch viel zu erzählen, meint er. Von David Bowie, Bryan Ferrys Riefenstahl-Begeisterung und vom Spiel mit der Überschreitung, die für Mießner zum Glam gehört wie der Glitter. Möglicherweise das wichtigste Pop-Buch der Saison, findet Mießner.
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