Warum bleibt die christliche Moral bestehen, obwohl der Glaube abnimmt?
Hierzu eine überraschende These: Das Gebot der Nächstenliebe ist ein Produkt der Angst. Es hat sich in einer einzigartigen historischen Konstellation entwickelt und wird auch heute wieder von der Angst um das Ich getragen. Kein himmlischer Ursprung also, aber paradoxerweise ein überaus festes Fundament, auf dem unsere Werte überleben können.
"Matthias Drescher zeigt, wie sich Abstand von einer gesellschaftlichen Krisenstimmung gewinnen lässt, und wirbt für ein aktuelles Verständnis des Gebots der Nächstenliebe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2019
Hannah Bethke ist enttäuscht von Matthias Dreschers Versuch zu klären, was von christlichen Werten bleibt, wenn wir den Glauben verlieren. Dreschers historischer Gang durch Mythologie, Mythos-Verlust, Stärkung des Ich-Bewusstseins und Christentum scheint Bethke zwar interessant, die Annahme des Autors, ohne Todesfurcht kein Mitleid, hält sie aber für einen Fehlschluss. Der Argumentation fehlten theologische und soziologische Tiefe und Beispiele, meint sie, Drescher biete keine erhellende Analyse, sondern Behauptungen.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Ulf Poschardt: Bückbürgertum Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…